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Panoramafreiheit und Eigentumsrecht

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Theresa Uhlenhut

Ist die Panoramafreiheit in Gefahr? Diese Frage stellt sich etlichen Künstlern, Bildjournalisten, Fotografen und Filmemachern seit der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs am 17. Dezember 2010 in den viel beachteten Parallelentscheidungen «Preußische Schlösser und Gärten» entschieden hat, dass das ausschließliche Recht zur gewerblichen Anfertigung und Verwertung von Filmen und Fotografien von Bauwerken und Gartenanlagen dem Grundstückseigentümer zusteht, soweit diese Abbildungen von seinem Grundstück aus angefertigt werden. Die Autorin legt dar, warum diese Rechtsprechung nicht aufrechterhalten werden kann. Sie zeigt die Grenzen des Eigentumsrechts auf und weist nach, warum dem Sacheigentümer kein Immaterialgüterrecht an seinen Eigentumsgegenständen zusteht.

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Einleitung

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A. Problemstellung Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – dieses altbekannte Sprichwort wurde erstmals am 08. Dezember 1921 von Frederick R. Barnard in der Printers‘ Ink, einer Fachzeitschrift für Werbung, veröffentlicht1. Was er damals schon wuss- te, ist heute wissenschaftlich belegt: „Bilder sind schnelle Schüsse ins Gehirn“2 und sprachlichen Informationen in vielen Bereichen deutlich überlegen: Um das Grundthema eines Bildes zu erfassen, benötigt das menschliche Gehirn gerade einmal 1/100 Sekunde, in ein bis zwei Sekunden hat es ein Bild mittlerer Kom- plexität bereits so aufgenommen, dass es später wiedererkannt werden kann3 - in derselben Zeit schafft ein schneller Leser gerade einmal die ersten 10 Worte meines Einleitungssatzes4. Der Grund dafür ist, dass das menschliche Gehirn Bilder im Gegensatz zu sprachlichen Informationen weitgehend automatisch und mit geringem ge- danklichen Aufwand aufnehmen und verarbeiten kann5. Da sie auch wesentlich besser behalten und erinnert werden6, verknüpfen auch Gedächtnissportler In- formationen mit Bildern. Fotos sind wegen ihres Detailreichtums dabei regelmä- ßig einprägsamer als Zeichnungen; am besten werden aber bewegte Bilder, also Filme behalten7. Auf diesen Erkenntnissen basieren die modernen Marketingstrategien der Werbeindustrie, die uns mit Bildern nur so überflutet. Daneben macht sich auch der Fernseh- und Bildjournalismus dieses Wissen tagtäglich zunutze - und na- türlich kommt der Name BILD-Zeitung auch nicht von ungefähr; Axel Springer wollte „die gedruckte Antwort auf das Fernsehen“ sein8. Aber auch im privaten 1 Schwaiger/ Meyer, Theorien und Methoden, S. 341. 2 Kroeber-Riel, Bildkommunikation, S...

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