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Die Eickstedt-Sammlung aus Südindien

Differenzierte Wahrnehmungen kolonialer Fotografien und Objekte

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Katja Müller

Das Buch nimmt die Eickstedt-Sammlung aus Südindien zum Ausgangspunkt und verbindet ethnologische Forschung im Museum mit postkolonialer Kritik an der Aneignung von Objekten und Fotografien. Dabei vermittelt die Sammlung als ethnohistorische Quellen ein Bild der Gesellschaft Südindiens in den 1920er-Jahren. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach «anderen» Wahrnehmungen: Wer stand mit welcher Intension hinter der Kamera? Und wie interpretiert man die Fotografien und Objekte im heutigen Südindien? Katja Müller stellt verschiedene Narrative aus Indien und Deutschland nebeneinander und macht damit deutlich, welche theoretischen Zusammenhänge und praktischen Machtstrukturen zwischen Objekten, Fotografien und menschlichen Akteuren damals wie heute bestehen.

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6. In(ter)vention und Wiedererleben – Wahrnehmungen der Fotografien und Objekte in Nordmalabar

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As ‚sites of intersecting histories‘ (Edwards 2001: 2), artefacts have overlapping, but different, sets of me- anings to museums and source communities – and tend to be interpreted very differently by each group� (Peers und Brown 2003: 5) Im folgenden Kapitel stelle ich dar, welche Reaktionen und Diskurse durch die visuelle Rückführung der Fotografien und Objekte nach Nordmalabar erfolgt sind� Mit den fotografischen Reproduktionen im Gepäck besuchte ich die Region zwischen 2008 und 2012 mehrere Male� Im Vorfeld hatte ich mit der Hermann- Gundert- Gesellschaft in Stuttgart Kontakt aufgenommen, die mir die Adresse von Murkot Rammuny gab, der seines Zeichens die Gesellschaft in Thallasse- ry vertrat� Ihn traf ich im Januar und Februar 2008 zu mehreren Gesprächen, während ich über die Universität Kannur, bei der ich vorstellig wurde, in einem katholischen Hostel untergebracht wurde� Vorsichtig kristallisierten sich aus die- ser Konstellation die ersten Begegnungen mit älteren Gesprächspartnern aus der Nachbarschaft der Mittelklassewohngegend heraus, und ich konnte erste Ge- spräche mit den Bewohnern, primär Tiyya, über die Fotografien führen� Erst bei meinem nächsten Aufenthalt, von November 2010 bis Januar 2011, sollten sich aber intensive Beziehungen zu Informanten entwickeln� Zum einen wurde ich erneut bei der Universität vorstellig, die mich nun an einen Professor vermittel- te, der Feldforschungen zum teyyam kürzlich durchgeführt hatte� Muthil war es auch, der mich in den Parassini Kadavu und die Gemeinschaft der dortigen Per- former einführte� Parallel dazu ergaben sich neue Konstellationen und...

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