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Kommunikative Handlungsmuster im Wandel?- ¿Convenciones comunicativas en proceso de transformación?

Chats, Foren und Dienste des Web 2.0 im deutsch-spanischen Vergleich- Estudios hispano-alemanes de chats, foros y redes sociales

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Edited By Nadine Rentel, Tilman Schröder and Ramona Schröpf

Das Partizipations- und Interaktionspotenzial des Web 2.0 hat einerseits in etablierten Text- und Handlungsmustern des digitalen Raums nachhaltige Veränderungsprozesse angestoßen, andererseits die Herausbildung neuer Diskurspraxen überhaupt erst ermöglicht. Am Beispiel virtueller Formate wie Chats, Blogs, Foren und sozialen Netzwerken widmen sich die Beiträge des Bandes dem Wandel kommunikativer Handlungsschemata im Deutschen und im Spanischen.
El carácter participativo e interactivo de la web 2.0 ha modificado profundamente las formas de comunicación virtual. Al mismo tiempo, han emergido nuevas prácticas discursivas en el mundo digital. Las contribuciones del libro giran en torno al estudio de los cambios textuales en chats, blogs, foros y otros medios digitales tanto en alemán como en español.

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Einleitung

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Sprachliche und kommunikative Handlungen vollziehen sich nach konventiona- lisierten Mustern, die ihrerseits zur Herausbildung rekurrenter Diskursformen und Textsorten beitragen. Kommunikative Handlungsschemata sind jedoch kei- neswegs in Stein gemeißelt, sondern in stetigem Wandel begriffen, der wiede- rum nicht ohne Folgen für die Gestalt der entsprechenden Diskurse und Texte bleibt. Wandlungsprozesse kommunikativer Handlungsstrukturen stehen häufig im Zusammenhang mit Veränderungen der außersprachlichen Rahmenbedin- gungen, wobei neben dem sozialen und politischen Kontext auch Änderungen des medialen Umfelds, in dem die Kommunikation situiert ist, eine wichtige Rolle spielen können. Insbesondere webbasierte Medien und Kommunikationskanäle haben in jüngster Vergangenheit drastische Veränderungen erfahren. Die Technologien des Web 2.0, die das einstmals statische und für den einseitigen Informations- abruf konzipierte World Wide Web nachhaltig modifizierten, haben sich als zentrale Triebfeder für die Veränderung kommunikativer Handlungsschemata erwiesen. In Anwendungen des Web 2.0 können sich Internetnutzer dank neuer Kooperations- und Interaktionsmöglichkeiten gegenseitig vernetzen, Informati- onen austauschen, selbstständig Content im Web publizieren und bestehende Inhalte modifizieren. Online-Dienste wie Wikipedia, die ausschließlich auf User-generated content basieren, demokratisieren mithilfe der „kollektiven In- telligenz“ von Nutzern weltweit die derzeit verfügbaren Informationsbestände. Blogs und Online-Foren hingegen ermöglichen es Usern,1 ihr soziales, politi- sches und wirtschaftliches Umfeld kommunikativ zu begleiten und auf diese Weise aktiv zu beeinflussen – ungeachtet politischer Repressionsversuche wie beispielsweise in Kuba. In den virtuellen Communitys sozialer Netzwerke kön- nen Mitglieder wiederum Informationen und Meinungen ohne Zeitverlust und mit großer Reichweite online...

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