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Selbstwertgefühl sehbehinderter und blinder Kinder und Jugendlicher in sozialen Interaktionen

Theorie und empirische Untersuchung

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Doreen Kolaschinsky

Die Studie befasst sich mit Dimensionen des Selbstwertgefühls sehbehinderter und blinder Kinder und Jugendlicher in sozialen Interaktionen mit normalsehenden Personen. Die allgemeine Struktur, die Messung sowie situativ relevante Aspekte des Selbstwertgefühls in den Lebenswelten Schule, Familie und Freizeit stehen im Vordergrund. Überprüft wurde, ob die in der Theorie dargestellten Selbstwertgefährdungen zutreffen und mit der Beschulungsform Sonder-/Förderschule oder Regelschule sowie weiteren Faktoren wie Visus, Schulart usw. zusammenhängen. Die bundesweite Befragung bezog sich auf alle infrage kommenden Blinden- und Sehbehindertenschulen. Mit der Zahl von insgesamt 237 befragten Schülerinnen und Schülern handelt es sich um die bislang umfangreichste Studie zu diesem Thema.

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2 Allgemeine Überlegungen zur Struktur des Selbstwertgefühls

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In der Selbstwertforschung wird die mangelnde Vernetzung der Ergebnisse beklagt (Kanning 2000; Greve 2000; Fleming/Courtney 1984). Das Phänomen „Selbstwertgefühl“ tritt gegenüber den theoretischen Orientierungen der Ver- treter unterschiedlicher früher und gegenwärtiger psychologischer Ansätze in den Hintergrund. Es stellt einen so grundlegenden und auslegungsfähigen Begriff dar, dass sich bei seiner Erforschung nur dogmatisch gebunden oder eklektisch ver- halten werden kann (Mummendey 21995b; Filipp 1980). Einen Zugang zu der facettenreichen Forschungslandschaft sollen Überle- gungen zur Struktur des Selbstwertgefühls nach dem Vorbild einiger weniger integrierender Darstellungen von Hattie (1992), Harter (51998) und Kanning (2000) schaffen. Wesentliche Charakteristika des Selbstwertgefühls wie der Grad seiner Konkretheit (2.1), seine Entstehung im Rahmen von Selbstbewertungsprozessen (2.2) und seine positive oder negative Ausprägung und Höhe (2.3) werden zum Ausgangspunkt fürs Herausstellen der grundlegenden Begriffsvarianten. 2.1 Allgemeines und spezielles Selbstwertgefühl 2.1.1 Selbstwertgefühl als global emotional-bewertender Aspekt der selbstbezogenen Einstellung Das Selbstwertgefühl stellt die affektiv-evaluative Komponente des Selbstkon- zepts als der Einstellung gegenüber der eigenen Person dar. Es ist das Gefühl, das im Hinblick auf das Objekt der Bewertung, die eigene Person, mobilisiert wird: z. B. “On the whole, I am satisfi ed with myself.“ (Rosenberg Self-Esteem Scale, Rosenberg 1989; Collani/Herzberg 2003a, b, Mummendey 21987; Frey/Benning 1983; Katz 1960). Die „Selbstwertschätzung“ wird laut Schütz/Sellin (2006: 9) dem gebräuchlichen “self-esteem“ als Bezeichnung am besten gerecht. “The term self-esteem denotes an intrapsychic structure: an attitude about the self“ (Bau- meister/Tice/Hutton 1989: 547)...

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