Show Less

Selbstwertgefühl sehbehinderter und blinder Kinder und Jugendlicher in sozialen Interaktionen

Theorie und empirische Untersuchung

Series:

Doreen Kolaschinsky

Die Studie befasst sich mit Dimensionen des Selbstwertgefühls sehbehinderter und blinder Kinder und Jugendlicher in sozialen Interaktionen mit normalsehenden Personen. Die allgemeine Struktur, die Messung sowie situativ relevante Aspekte des Selbstwertgefühls in den Lebenswelten Schule, Familie und Freizeit stehen im Vordergrund. Überprüft wurde, ob die in der Theorie dargestellten Selbstwertgefährdungen zutreffen und mit der Beschulungsform Sonder-/Förderschule oder Regelschule sowie weiteren Faktoren wie Visus, Schulart usw. zusammenhängen. Die bundesweite Befragung bezog sich auf alle infrage kommenden Blinden- und Sehbehindertenschulen. Mit der Zahl von insgesamt 237 befragten Schülerinnen und Schülern handelt es sich um die bislang umfangreichste Studie zu diesem Thema.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

8 Diskussion der Ergebnisse verbunden mit Überlegungen zur pädagogischen Unterstützung des Selbstwertgefühls

Extract

8.1 Selbstwertgefühl sehgeschädigter Jugendlicher im Vergleich zu gleichaltrigen Nichtbehinderten Zwischen nichtbehinderten Jugendlichen in Deutschland und jungen Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit, die bundesweit an Sonderschulen lernen oder integrativ beschult werden, gibt es Unterschiede des Erlebens von Selbstwert und in der Wahrnehmung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. So lässt sich bezüglich des allgemeinen und bereichsspezifi schen Selbstwertes bzw. des Wohl- befi ndens in Lebensbereichen feststellen, dass die Werte für die Nichtbehinderten [Total: 72,6 Skalenpunkte von 100] immer über den Angaben der sehgeschädigten Integrationsschüler lagen. Die integriert Beschulten wiesen wiederum stets eine deutlichere Zufriedenheit [Total: 61,72] als die Schüler der Förderschulzentren [Total: 52,36] auf. Im durchschnittlichen Individualprofi l auf allen Skalen des standardisierten und für die Zielgruppe der Sehgeschädigten reliablen Messinstruments Kiddo-KINDLR lagen alle drei Gruppen im Bereich „Selbstwert“ mit ihren Einschätzungen am niedrigsten. Integriert Beschulte schneiden bei diesem Vergleich gut im Be- reich „Schule“ ab. Gefährdet scheint ihr körperliches Wohlbefi nden. Die Nicht- behinderten (Referenzgruppe Kiddo-KINDLR) und Förderschüler an speziellen Einrichtungen klagen eher über ein beeinträchtigtes Wohlsein bei schulischen Anforderungen. Von allen Gruppen wird der höchste Selbstwert im Bereich Familie erfahren, gefolgt vom psychischen Wohlbefi nden und dem Selbstwert Freunde. Da die Angaben der Schüler mit Sehschädigung unter den Werten der nichtbe- hinderten Normgruppe liegen, können sie als zu niedriges Selbstwertgefühl und als Beeinträchtigung der gesundheitlichen Lebensqualität interpretiert werden. Der mittlere Skalenwert, den die Sch...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.