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Selbstwertgefühl sehbehinderter und blinder Kinder und Jugendlicher in sozialen Interaktionen

Theorie und empirische Untersuchung

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Doreen Kolaschinsky

Die Studie befasst sich mit Dimensionen des Selbstwertgefühls sehbehinderter und blinder Kinder und Jugendlicher in sozialen Interaktionen mit normalsehenden Personen. Die allgemeine Struktur, die Messung sowie situativ relevante Aspekte des Selbstwertgefühls in den Lebenswelten Schule, Familie und Freizeit stehen im Vordergrund. Überprüft wurde, ob die in der Theorie dargestellten Selbstwertgefährdungen zutreffen und mit der Beschulungsform Sonder-/Förderschule oder Regelschule sowie weiteren Faktoren wie Visus, Schulart usw. zusammenhängen. Die bundesweite Befragung bezog sich auf alle infrage kommenden Blinden- und Sehbehindertenschulen. Mit der Zahl von insgesamt 237 befragten Schülerinnen und Schülern handelt es sich um die bislang umfangreichste Studie zu diesem Thema.

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9 Förderung des Selbstwertgefühls in Interaktionen am Beispiel des Identitäts-, Eindrucks- und Interaktionsmanagements

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Angesichts der sich erweisenden Probleme sehgeschädigter Jugendlicher im Be- reich des Managements der Sehschädigung und der Interaktion in der Freizeit soll abschließend auf einige Aspekte der Thematik der Selbstwertförderung in Interak- tionen eingegangen werden. Durch Techniken des Identitätsmanagements kann in Interaktionen mit großen Dis- krepanzen zwischen Selbstbild und Fremdbild sowie mit geringen Möglichkeiten zur Realisierung eigener Bedürfnisse und Zielvorstellungen umgegangen werden. Können Selbst- und Fremdbild im Verlauf der Interaktion einander angenähert werden, indem sich beide Teilnehmer ständig aneinander orientieren, kommt eine situationelle Identität als gemeinsamer Konsens und als Ausdruck gegenseitiger Anerkennung für die Dauer der aktuellen Situation zustande (Krähenbühl 1977: 45- 49). Eine solche Balance beinhaltet, dass das einzigartige Individuum sich nicht durch seine Besonderheit aus der Interaktion ausschließen lässt. Es verweigert nicht die Rollenerwartungen an einen blinden oder sehbehinderten Schüler, aber es bestätigt auch nicht alle sozialen Vorurteile und präsentiert sich identisch mit Teilen seines Selbstbildes (vgl. Krappmann 92000: 30). Der Versuch, den anderen die individuellen Besonderheiten verständlich zu machen, muss auf den Erwar- tungen der anderen aufbauen (ebenda: 7f.). Bei Nichtgelingen des Umgangs mit Bewertungsdiskrepanzen wird entweder den Erwartungen anderer voll entspro- chen oder das Individuum präsentiert sich als einzigartig ohne fremde Erwar- tungen zu berücksichtigen und schließlich bricht ohne die Leistung des Aufbaus einer Identität die Kommunikation ab (ebenda: 11, 36f., 155). Eine Bildung der situationellen Identität gelingt eher, wenn innerpsychische...

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