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Primat des Logos vor dem Ethos

Festschrift anlässlich des 40-jährigen Priesterjubiläums von P. Bernhard Vošicky OCist- Mitherausgegeben durch das Institut für Philosophie, dem Institut für Liturgiewissenschaft der Hochschule Heiligenkreuz und der Gebetsliga

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Edited By Marian Gruber and Wolfgang Wehrmann

Die Festschrift würdigt das 40-jährige Priesterjubiläum und den 65. Geburtstag von P. Bernhard Vošicky OCist. Der international und österreichweit bekannte Seelsorger und Mönch ist zugleich Professor für Liturgiewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz Benedikt XVI. Namhafte Grußadressen von Politikern verschiedener Ebenen und kirchlichen Würdenträgern des deutschen Sprachraumes sowie spezifische Artikel zu Heiligen und Mönchen stellen einen Bezug zu seinem priesterlichen Leben her.

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Kehren die Glaubenskriege zurück? (Dr. Wolfgang Schüssel)

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Dr. Wolfgang Schüssel,  Bundeskanzler Österreichs 2000–2007 Kehren die Glaubenskriege zurück? Religion stellt an den Menschen letztgültige Fragen – Woher wir kommen, was die Substanz unseres Seins ist; worin wir uns von anderen lebewesen unterscheiden; wofür es sich lohnt einzutreten; was uns verbindet1. In der Geschichte wurde immer wieder eine Verbindung von weltlicher und religiöser Macht versucht – in der himmlischen legitimierung der Herr- scher, in loyalitätsaufforderungen an die untertanen, in der identitätsstif- tenden Gleichsetzung von Volk, Nation, Rasse oder Territorium. Darum wird seit Jahrhunderten gerungen und viele Auseinandersetzun- gen immer wieder religiös überhöht. Die Reinheit der eigenen lehre wurde mit Feuer und Schwert verteidigt, zu Kreuzzügen oder dem Dschihad gegen Andersgläubige gerufen, andere Glaubensrichtungen diskriminiert und verachtet. Es gab zwangsweise Bekehrungen und Taufen, es wurde und wird missioniert, umgesiedelt, vertrieben, massakriert. Waffensegnun- gen, Kriegspredigten finden bis heute statt. Manche Kritiker vermuten den ursprung von Gewaltbereitschaft und aggressiver Enthemmung überhaupt im Zentrum religiösen Glaubens. „Wer der Welt eine von Gott gegebene, also schöpfungsgemäß e Ordnungsstruktur zuerkennt, sieht sich unter dem Zwang, die Welt, so wie sie leider ist, auf die ideale und ursprüngliche Ordnung Gottes hin zu überwinden“ (der evangelische Bischof Wolfgang Huber, FAZ 6.10.2014)2. Er weist aber auch zurecht auf die vielfältigen Entwicklungsstränge hin, die sich aus solch ursprünglichen Ansichten heraus ergeben haben. Im Christentum entwickelte sich ein aus der Berg- predigt abgeleiteter Pazifismus. Auch im Buddhismus und in wichtigen Teilen des Judentums...

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