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Das Selbst im Bild

Eine empirische Studie zum Einsatz von Bildmaterialien zur Förderung von Selbstreflexions- und Selbstveränderungsprozessen im Einzelcoaching

Jasmin Messerschmidt

Das Buch leistet einen Beitrag zur Professionalisierung von Coaching. Die Autorin geht der Frage nach, inwieweit die Betrachtung von Bildmaterialien im Einzelcoaching Selbstreflexions- und Entwicklungsprozesse fördert. In dialogorientierten, leitfadengestützten Experteninterviews berichten Coaches und Klienten über ihre Erfahrungen. Die Analyse zeigt, dass bildhafte Interventionen den Zugang zu Emotionen und impliziten Prozessen sowie Selbstreflexions- und Selbstveränderungsprozesse wirksam unterstützen. Auf Seiten der Klienten bestätigt sich die große Bedeutung von Vertrauen, auf Seiten der Coaches die Notwendigkeit theoriegeleiteten Handelns und professionellen Reflektierens als Wirkfaktoren für gelingende Coaching-Prozesse.

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5. Neuropsychologische Grundlagen bewusster und unbewusster Prozesse

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111 5. Neuropsychologische Grundlagen bewusster und unbewusster Prozesse „Meine Seele ist ein verborgenes Orchester; ich weiß nicht, welche Instrumente, Geigen und Harfen, Pauken und Trommeln, es in mir spielen und dröhnen lässt. Ich kenne mich nur als Symphonie“ (Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe, zitiert nach Damasio, 2010, 1) Aktuelle Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften haben dazu beigetragen, dass Vorgänge im Gehirn zunehmend zur Erklärung menschlichen Handelns und Erlebens herangezogen werden (vgl. Gehirn&Geist Dossier, 2003, zitiert nach Bö- ning & Fritschle 2005, 201). Experten verschiedener Disziplinen133 vertreten die Auffassung, dass neurobiologische Faktoren „sowohl das menschliche Handeln als auch die psychischen Funktionen wie Denken, Wollen, Wahrnehmen, Erinnern, Fühlen, Entscheiden, Lernen“ (Kandel 1996; Hüther, 2004b, zitiert nach Baur, 2010, 19) maßgeblich beeinflussen. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse sind demnach auch für die Arbeit von Coaches bedeutsam: Reflexions-, Lern- und Lösungspro- zesse können durch die Integration neurowissenschaftlicher Erkenntnisse „gehirn- gerecht“ gestaltet werden und an Wirksamkeit gewinnen (vgl. ebd., 18). Der Blick „in das menschliche Gehirn“ kann – zumindest auf der Basis der veröffentlichten Forschungsergebnisse – zur Professionalisierung von Coaching beitragen und Coaches in ihrer Arbeit unterstützen und bereichern. Im Mittelpunkt dieses Kapitels stehen zentrale neurowissenschaftliche Erkennt- nisse, die im Zusammenhang mit menschlichen Selbstveränderungsprozessen, er- gebnisorientierter Selbstreflexion und Selbstzugang Relevanz besitzen. Es werden deren Bezüge auf psychische Prozesse und menschliches Erleben dargestellt und auf Coaching-Prozesse übertragen. Zunächst wird auf Basis der Forschungslitera- tur diskutiert, inwieweit unser Verhalten bewusst bzw. unbewusst gesteuert wird und inwieweit ein...

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