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Mediation als Verfahren der konsensualen Konfliktbeilegung bei Trennung und Scheidung

Eine rechtsvergleichende Betrachtung des deutschen, spanischen und katalanischen Rechts

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Britta Nietfeld

Im Buch werden die Rahmenbedingungen der Familienmediation in Deutschland, Spanien und Katalonien rechtsvergleichend untersucht. Mit dem Gesetz zur Förderung der Mediation von 2012 und den neuen Bestimmungen im FamFG hat der deutsche Gesetzgeber erstmals einen rechtlichen Rahmen für die Mediation geschaffen. Anders als in Deutschland wird Mediation in Spanien vermehrt zur Konfliktbeilegung im Familienrecht eingesetzt. Aber wird das Mediationsverfahren den Interessen von Kindern, benachteiligten Parteien und Opfern von Beziehungsgewalt gerecht? Die Autorin unterbreitet Vorschläge, um den Rechtsrahmen der Mediation bei Trennung und Scheidung vor allem zugunsten von besonders schutzwürdigen Personen zu verbessern.

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C. Schlussbetrachtung

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Erstmals besteht in Deutschland ein Mediationsgesetz, das durch Vorschriften zur Mediation im FamFG ergänzt wird. Das ist per se begrüßenswert. Vor allem bei emotionsgeladenen familiären Konflikten, die nicht selten zu einer gestörten Kommunikation der Parteien führen und bei denen auch die Beziehungsebene zu berücksichtigen ist, birgt die Mediation ein großes Potenzial. Zugleich erweist sich das Verfahren der Mediation als besonders schonend für Kinder. Vorrangig geht es letztlich bei jeder familiären Konfliktlösung, bei der die Interessen von Kindern betroffen sind, um deren Wohl. Kinder sind schließlich die großen Leidtragenden in familiären Streitigkeiten, zumal sie diesen ausgesetzt sind, ohne zum Entstehen des Konflikts beigetragen zu haben. Die Vorteile der Mediation, vor allem die Förderlich- keit für das Kindeswohl, die Ersparnis von Kosten und Zeit, die nachhaltige Streit- beilegung sowie die Zufriedenheit der Parteien sind empirisch nachgewiesen. Die gesetzliche Verankerung der Mediation ist nicht nur in Hinblick auf das besondere Potenzial der Mediation in Familienkonflikten als positiv zu bewerten. Vielmehr ist die Implementierung der Mediationsmöglichkeit zur Förderung einvernehmlicher Lösungen im Familienrecht auch rechtlich geboten. Bereits im Jahre 2007 hat das BVerfG entschieden, dass die Bewältigung einer zunächst streitigen Problemlage durch eine einverständliche Lösung auch in einem Rechtsstaat grundsätzlich einer richterlichen Streitentscheidung vorzuziehen ist.1435 Art. 6 Abs. 2 GG gewährt den Eltern das Recht, die Pflege und Erziehung ihres Kindes nach ihren eigenen Vor- stellungen zu organisieren.1436 Das Elternrecht ist...

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