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Selbstdarstellung in der Wissenschaft

Eine linguistische Untersuchung zum Diskussionsverhalten von Wissenschaftlern in interdisziplinären Kontexten

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Lisa Rhein

Selbstdarstellung, Image- und Beziehungsarbeit spielen in der Wissenschaft eine zentrale Rolle. Dieses Buch untersucht aus vornehmlich gesprächsanalytischer Perspektive, wie Images und Beziehungen der Akteure interaktiv konstituiert und ausgehandelt werden. Im Fokus stehen dabei Fachdiskussionen von Wissenschaftlern auf interdisziplinären Konferenzen. Grundlage ist ein von Soziologie und Psychologie befruchtetes linguistisches Methodeninventar. Die Autorin zeigt, wie Wissenschaftler in Diskussionen Images aufbauen, angreifen und verteidigen, wobei die Fachidentität der Akteure von zentraler Bedeutung ist. Sie erklärt ebenso, wie Wissenschaftler Kompetenz – auch bei vorhandenem Nichtwissen – signalisieren und Humor zur Beziehungsgestaltung nutzen.
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3 Wissenschaftskommunikation

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Um das Selbstdarstellungsverhalten von Wissenschaftlern im wissenschaftlichen Kontext analysieren und beschreiben zu können, muss ein Analysefokus gesetzt werden� Aus den verschiedenen Varianten der wissenschaftlichen Kommuni- kation (z� B� Seminargespräche, Berufungsgespräche, Laborgespräche) wird die Kommunikationsform Diskussion ausgewählt� Betrachtet werden wissenschaft- liche Diskussionen nach Fachvorträgen, die auf interdisziplinären Tagungen stattgefunden haben (genauer hierzu siehe Kap� 4�1)� Es wurden gezielt interdis- ziplinäre Diskussionen gewählt, da interdisziplinäre Kommunikation in vielerlei Hinsicht anders verläuft als disziplinäre� Nicht nur die Art der Wissensvermitt- lung, sondern auch das Selbstdarstellungsverhalten der Wissenschaftler wird durch die Personen- und Disziplinenkonstellation geprägt� In diesem Kapitel werden die untersuchte Textsorte Vortrag und die Kommu- nikationsform Diskussion theoretisch aufgearbeitet sowie die Besonderheiten von interdisziplinärer im Gegensatz zu disziplinärer Kommunikation beleuchtet� In der Analyse werden zwar Diskussionen nach Fachvorträgen fokussiert; da aber häufig der Vortrag – oder dessen Inhalte, Thesen, Ergebnisse, Methoden etc� – in den Beiträgen thematisiert und kritisiert wird, zumindest aber in irgendeiner Form auf ihn Bezug genommen wird, wird nachfolgend zuerst auf die Charakte- ristika der Textsorte wissenschaftlicher Vortrag eingegangen� Auch Vorträge stellen besondere Anforderungen an das Selbstdarstellungsverhalten der Wissenschaftler und die anschließende Diskussion erfolgt immer vor dem Hintergrund der vor- angegangenen Präsentation� Sowohl die Textsorte Vortrag als auch die Kommuni- kationsform Diskussion werden im Hinblick auf allgemeine Merkmale, Struktur, Sprache und Anforderungen an das Selbstdarstellungsverhalten hin untersucht� Im Anschluss daran erfolgt die Betrachtung der Unterschiede zwischen diszipli- närer und...

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