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Studien V: Entwicklungen des Öffentlichen und Privatrechts II

Wilhelm Brauneder

Die Beiträge des Buches umfassen nahezu alle Aspekte der Rechtsgeschichte: die Staatsordnungen Europas im 19. Jahrhundert, Grundrechte 1848 und für Bosnien 1910, die Stellung der Länder in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert, Mehrsprachigkeit in der Habsburgermonarchie, Kirchenstaatspläne 1916/1918 sowie die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Aber auch mittelalterliches Landrecht, Eheschließungsrecht, Naturrecht, Baurecht als Sozialreform und Literaturgeschichte werden behandelt.

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Entwicklung des Privatrechts

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167 Landrecht nach Österreichischen Rechtsquellen I. „Landrecht“ in Privaturkunden ................................................................ 167 II. Die Landrechtsbücher ................................................................................ 168 III. Lokales „Landrecht“ ................................................................................... 170 IV. Formale Rechtskreise, materielle Identität .............................................. 171 V. Zusammenfassung...................................................................................... 171 Eingangs sei hervorgehoben, daß es sich bei dem folgenden Bezug auf Rechts- quellen des heutigen Österreich um keinen Provinzialismus handelt, sondern um eine, letztlich zeit- und raumbedingte, geographische Beschränkung, als Beispiele auch für andere Territorien des Römisch-Deutschen Reiches. I. „Landrecht“ in Privaturkunden Der Ausdruck „Landrecht“ begegnet quantitativ besehen wohl am häufigsten in Privaturkunden unterschiedlichster Art. Hier findet sich nach dem konkre- ten Vertragsinhalt – Kauf, Tausch, Pfandbegründung, letztwillige Verfügung etc. – die Schlussformel „nach Landrecht zu Österreich/Steyr/Salzburg/ek.“1. Hierin drückt sich das Bewußtsein aus, einen Vertrag gemäß der Gewohnheits- rechtsordnung eines Landes (im verfassungsrechtlichen Sinn2) abgeschlossen zu haben. Gleichzeitig manifestiert sich darin auch der Umstand, daß dieses Landrecht in Verträgen zu Tage tritt. Interessant ist, daß es in manchen Gebie- ten zu einem Wechsel dieser Schlussformel kam. Beispielsweise trat an Stelle des Hinweises „… nach dem Recht des Marchlandes“ die Formel „… nach dem Recht des Landes ob der Enns“, dem späteren Oberösterreich3. Der Inhalt erfuhr jedoch dadurch keinerlei Änderung, das Gewohnheitsrecht, vertraglich bestimmt, dauerte gleichbleibend fort. Darin wird ein weiteres Element dieser Schlussformel sichtbar, nämlich der Hinweis auf die Zugehörigkeit zu einem Aus: D. Pötschke (Hg.), Das Burger Landrecht und sein historisches Umfeld (= Harz- Forschungen XXX), 2014, 73 ff. 1 Verzeichnis der entsprechenden Urkundenbücher bei W. Brauneder, Die Entwick-...

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