Show Less

Die Ein-Unternehmer-Personengesellschaft im Treuhandmodell

Series:

Julian Albrecht

Der Autor thematisiert Funktionsweise und Auswirkungen des Treuhandmodells in steuerrechtlicher, gesellschafsrechtlicher und bilanzieller Hinsicht. Das Treuhandmodell schafft unter Ausnutzung unterschiedlicher Betrachtungsweisen (formell/wirtschaftlich) eine zivilrechtlich, nicht aber steuerlich existente Gesellschaft. Genutzt wird es u.a. zur Ausgliederung von Unternehmensteilen oder Konsolidierung mehrerer Personengesellschaften – auch mit Wirkung für die Gewerbesteuer. Der Autor setzt sich kritisch mit Fragen nach der rechtssystematischen Berechtigung auseinander und richtet sein Augenmerk dabei besonders auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs aus dem Jahr 2010, das zur (Wieder-)Anerkennung des Modells führte. Zudem zeigt er Gestaltungsalternativen innerhalb des Treuhandmodells auf.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

Einleitung

Extract

I. Gegenstand der Arbeit – Vorstellung des Modells Personengesellschaften sind beliebt in Deutschland. Sie stellen hierzulande in ih- ren verschiedenen Ausformungen gut 80 % aller Gesellschaften1. Die Gründe für diese Verbreitung sind nicht nur, aber auch steuerrechtlicher Art. So ist die Tat- sache, dass Personengesellschaften körperschaftsteuerrechtlich überhaupt nicht und einkommensteuerrechtlich nur als sog. Mitunternehmerschaft erfasst wer- den2, in der Praxis häufig ein für die Rechtformwahl wichtiger Grund. Das Er- gebnis einer Personengesellschaft versteuert jeder Mitunternehmer mit seinem eigenen Steuersatz. Dazu muss es ihm auf bestimmte Weise zugerechnet werden. Diese und andere Zurechnungsvorschriften machen Personengesellschaften zu einem steuerrechtlichen Werkzeug und lassen Spielraum für Gestaltungen. Das Treuhandmodell ist eine von ihnen. 1. Überblick über die Konstruktion Das Ziel des Treuhandmodells in rechtlicher Hinsicht ist, eine zivilrechtlich be- stehende, am Markt agierende und gewerblich tätige Gesellschaft zu schaffen, die einkommen- und gewerbesteuerrechtlich jedoch nicht nur nicht steuerpflichtig, sondern inexistent ist. Dies kann durch die dem Steuerrecht eigene sog. wirt- schaftliche Betrachtungsweise erreicht werden, nach der „wirtschaftliche Kräfte“ besteuert werden und nicht „leere Rechtsformen“3. Folgende Abbildungen ver- anschaulichen dies: 1 Verglichen mit 15 % Kapitalgesellschaften; im Ausland findet sich ein völlig anderes Bild, so sind in Frankreich um die 50 % aller Gesellschaften kapitalistisch strukturiert, Cour des comptes, Steuern, Abgaben und Sozialabgaben in Frankreich und Deutsch- land, 2011, 18, 78, 160. 2 „Erfasst“ wohlgemerkt – der Besteuerung unterworfen werden auch sie nicht, sondern nur ihre Mitunternehmer, sog. transparente Besteuerung. 3 Becker, Die Reichsabgabenordnung, S. 77. 20...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.