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Die Ein-Unternehmer-Personengesellschaft im Treuhandmodell

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Julian Albrecht

Der Autor thematisiert Funktionsweise und Auswirkungen des Treuhandmodells in steuerrechtlicher, gesellschafsrechtlicher und bilanzieller Hinsicht. Das Treuhandmodell schafft unter Ausnutzung unterschiedlicher Betrachtungsweisen (formell/wirtschaftlich) eine zivilrechtlich, nicht aber steuerlich existente Gesellschaft. Genutzt wird es u.a. zur Ausgliederung von Unternehmensteilen oder Konsolidierung mehrerer Personengesellschaften – auch mit Wirkung für die Gewerbesteuer. Der Autor setzt sich kritisch mit Fragen nach der rechtssystematischen Berechtigung auseinander und richtet sein Augenmerk dabei besonders auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs aus dem Jahr 2010, das zur (Wieder-)Anerkennung des Modells führte. Zudem zeigt er Gestaltungsalternativen innerhalb des Treuhandmodells auf.

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Kapitel 1. Konstruktion und Funktionsweise

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29 Kapitel 1. Konstruktion und Funktionsweise Das Treuhandmodell fußt auf einer elaborierten Konstruktion. Diese beinhal- tet einige „Kniffe“, lässt sich aber durch ausschließlich be- und anerkannte Ge- sellschaftsformen und Rechtsinstitute realisieren. Besonders bedeutsam ist die Struktur der involvierten Gesellschaften, d.h. deren Gesellschaftsformen, Betei- ligungsverhältnisse und schuldrechtliche, treuhänderische Beziehungen unterei- nander. Diese Bestandteile, ihre Voraussetzungen und Ausprägungen werden im folgenden Kapitel vorgestellt und erläutert. I. Anforderungen an die Gesellschafterstruktur 1. Treuhandgesellschaft als Kommanditgesellschaft Im Treuhandmodell ist die Treuhandgesellschaft stets Personengesellschaft, genauer Kommanditgesellschaft. Sie muss es sein, da für die Wirkungen des Modells die Anknüpfung an das Institut der Mitunternehmerschaft bei der Be- steuerung der Personengesellschaften notwendig ist. Kapitalgesellschaften sind hingegen stets selbst Steuersubjekt (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 KStG). Die Ausgestaltung als Kommanditgesellschaft unter allen Formen der Personengesellschaften stellt die Regel dar27, da nur durch die ungewöhnlich große Diskrepanz des Wesens ihrer Gesellschaftertypen – Komplementär und Kommanditist – die vom Ge- sellschaftsrecht abweichenden steuerrechtlichen Wirkungen des Treuhandmo- dells erreicht werden können. Kennzeichnend ist das Vorhandensein mindestens eines Komplementärs, der mit den für Personengesellschaften gewöhnlichen Rechten (Vertretung, Geschäftsführung) und Pflichten (Haftung) ausgestattet ist. Der bzw. die Kommanditisten nehmen in der Regel eine eher am kapitalistischen System orientierte Rolle ein, weshalb der für die Komplementäre umfassend wir- kende gesetzliche Verweis des § 161 Abs. 2 HGB auf die OHG-Bestimmungen durch zahlreiche Sonderregelungen der §§ 161 HGB für die Kommanditisten überlagert wird. So haften Kommanditisten nicht wie...

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