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Die Ein-Unternehmer-Personengesellschaft im Treuhandmodell

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Julian Albrecht

Der Autor thematisiert Funktionsweise und Auswirkungen des Treuhandmodells in steuerrechtlicher, gesellschafsrechtlicher und bilanzieller Hinsicht. Das Treuhandmodell schafft unter Ausnutzung unterschiedlicher Betrachtungsweisen (formell/wirtschaftlich) eine zivilrechtlich, nicht aber steuerlich existente Gesellschaft. Genutzt wird es u.a. zur Ausgliederung von Unternehmensteilen oder Konsolidierung mehrerer Personengesellschaften – auch mit Wirkung für die Gewerbesteuer. Der Autor setzt sich kritisch mit Fragen nach der rechtssystematischen Berechtigung auseinander und richtet sein Augenmerk dabei besonders auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs aus dem Jahr 2010, das zur (Wieder-)Anerkennung des Modells führte. Zudem zeigt er Gestaltungsalternativen innerhalb des Treuhandmodells auf.

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Kapitel 3. Berechtigung des Modells

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195 Kapitel 3. Berechtigung des Modells Vor dem Hintergrund der nun abgehandelten Auswirkungen des Treuhandmo- dells in seiner Grundfassung sowie seinen alternativen Ausgestaltungen widmet sich dieses Kapitel der Frage, ob das Eintreten dieser Auswirkungen berechtigt ist. „Berechtigt“ meint in diesem Kontext zunächst die rechtssystematische Be- rechtigung. Es wird untersucht, ob den Konsequenzen des Modells Hindernisse entgegenstehen, die sich aus einer systematischen Betrachtungsweise des gelten- den Rechts ergeben. Beginn und Herzstück dieser Untersuchung ist die (feh- lende) Gewerbesteuerpflicht der Treuhand-KG, die anhand ihrer historischen Entwicklung und der zu ihr ergangenen Gerichtsurteile diskutiert wird. Dem systematischen Teil folgt eine Untersuchung, die sich fiskal- sowie rechtspoliti- schen Fragen im Zusammenhang mit dem Treuhandmodell und seinen Folgen widmet. I. Rechtssystematische Berechtigung 1. Berechtigung der fehlenden Gewerbesteuerpflicht der Treuhand-KG Die gewerbesteuerliche Verrechnungsmöglichkeit, die das Treuhandmodell bie- tet, ist gleichzeitig sein Herzstück, sein „Clou“. Historisch war sie der am meisten umstrittene und umkämpfte Bereich innerhalb der Diskussion um das Modell. Aufgrund dieser außerordentlichen Wirkungsweise – die fehlende Gewerbe- steuerpflicht scheint prima facie mit dem Wortlaut des § 5 Abs. 1 S. 3 GewStG unvereinbar – besteht für das Treuhandmodell hier auch besonderer Rechtfer- tigungsbedarf. Die nachfolgende Darstellung zeichnet die Entwicklung der Be- urteilung und Rechtfertigung der gewerbesteuerlichen Folgen nach und nimmt jeweils gleichzeitig eine Bewertung der sich im Laufe der Zeit veränderten An- sätze vor. a. 1. Phase: Entwicklung des Treuhandmodells Vorreiter des Treuhandmodells in theoretischer Hinsicht war Hönle721. Sein Aufsatz „Die Einheit des Unternehmers und des Unternehmens im...

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