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Synthesen in der Musik des 19. Jahrhunderts

Rainer Wilke

Musikalisches Material – Themen, Motive, deren Komponenten – erscheint in der Musik des 19. Jahrhunderts im Verlauf von Kompositionen in neuen Zusammensetzungen. Für deren verschiedene Strukturen wird der Begriff «Synthese» mit differenzierenden adjektivischen Bestimmungen eingeführt. Synthesen können unterschiedliche Funktionen im Verlauf der Stücke übernehmen. Der Autor geht den motivischen wie formalen Strukturen sowie deren Funktionen analytisch nach und untersucht den motivisch-thematischen Prozess, der diese Synthesen hervorbringt und bestimmt. Dadurch ergibt sich ein differenziertes Bild der materialen wie formalen Gegebenheiten – durchaus auch außerhalb geläufiger Schemata.

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Vorbemerkung

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Synthese und Prozess – Synthese und formaler Verlauf Der zentrale Begriff aus dem Titel – ‚Synthese‘ – lässt sich als musikbezo- gener Terminus sinnvoll dann anwenden, wenn bestimmte kompositions- technische Voraussetzungen gegeben sind. Synthesen zeigen sich in zwei Bereichen der hier untersuchten Musik. Sie erscheinen im Zusammenhang mit dem motivisch-thematischen Ma- terial der Stücke und als formale Konstruktion an unterschiedlichen Stellen von Satzzyklen, vor allem aber in deren abschließenden Sätzen. Die Feststellung, dass bei bestimmter Musik in einem Satz, in einem Zyklus Verläufe wie Beziehungen vorhanden sein können, die sich auf Zu- sammenhänge im Bereich der Themen und Motive stützen, bedarf kaum mehr einer Begründung. Die Phänomene sind teilweise aber sehr komplex, und dann bedarf es im Einzelfall sehr genauer und durchaus vorsichtiger Analysen, um sie aufzudecken und dann darzustellen. Nur mit Hilfe solcher Analysen sind solche Zusammenhänge wie deren Entfaltung im Verlauf eines Stückes zu erkennen. Und nur aufbauend auf den Ergebnissen solcher Analysen ist dann die Frage zu erörtern, wie die Strukturen beschaffen sind, die das Ende solcher Verläufe bestimmen. Die Verfahren im Umgang mit thematischem bzw. motivischem Material, die für diesen Text grundlegend sind, werden unter verschiedenen Begriff- lichkeiten zusammengefasst, seit Rudolf Reti’s1 Ansatz zunehmend unter dem Begriff ‚Prozess‘ oder auch im Plural ‚Prozesse‘ im allgemeinen, um der genaueren Bestimmung willen mit dem Zusatz ‚thematisch‘ und auch ‚motivisch-thematisch‘. Der Begriff ‚Prozess‘ verweist auf die Entfaltung des motivisch-thema- tischen Materials und die damit gegebenen Beziehungen. Er...

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