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Mehrsprachigkeit und Englischunterricht

Fachdidaktische Perspektiven, schulpraktische Sichtweisen

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Jenny Jakisch

Die Autorin untersucht aus der Perspektive der Englischdidaktik, welchen Beitrag der Englischunterricht zur Entwicklung individueller Mehrsprachigkeit leisten kann. Sie skizziert potenzielle Mehrsprachigkeitsfelder und gibt Einblicke in die Sichtweisen der Beteiligten, die über eine Befragung von über 250 Schülerinnen und Schülern und 15 Lehrkräften rekonstruiert wurden. Dabei zeigt sich, dass nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken mit einer Öffnung des Englischunterrichts für Mehrsprachigkeit verbunden sind. Die Ergebnisse tragen zu einem besseren Verständnis des im Schulalltag Möglichen bei und geben wichtige Impulse für die weitere fremdsprachendidaktische Forschung.

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1 Einleitung

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1.1 Mehrsprachigkeit – ein allgegenwärtiges Thema Das Thema Mehrsprachigkeit als sprachenpolitische Forderung der Europäischen Union ist derzeit fester Bestandteil in den Diskursen der mit dem Lehren und Lernen befassten Disziplinen. Die Fähigkeit, sich in mehreren Sprachen verstän- digen zu können, erhält im Kontext des zusammenwachsenden Europas eine be- sondere Bedeutung. Fremdsprachliche Kompetenzen sind nicht länger nur eine wünschenswerte individuelle Bereicherung, sondern werden zur unabdingbaren Voraussetzung für Mobilität innerhalb Europas, interkulturelles Verstehen und die Bewältigung praktischer Kommunikationssituationen. Um die für Europa charakteristische Situation der sprachlichen und kulturellen Vielfalt zu erhalten, den Prozess der wechselseitigen Annäherung zu fördern und die Grundlagen für die Entwicklung einer europäischen Identität zu schaffen, sollen alle Europäerin- nen und Europäer1 in der Lage sein, zusätzlich zur Muttersprache in zwei weite- ren, vorzugsweise europäischen, Sprachen kommunizieren zu können („M+2“). Die Umsetzung dieser Vorgabe obliegt den jeweiligen Mitgliedsländern. Daraus ergibt sich, dass Bildungseinrichtungen wie der Schule eine besondere Aufgabe bei der Entwicklung von Mehrsprachigkeit zukommt. Gerade weil das Englische derzeit allgemein als en vogue gilt, immer mehr Bereiche des All- tagslebens durchzieht und in vielen Forschungsfeldern die dominante (und oft einzige) Wissenschaftssprache ist, sollte dem Prozess der zunehmenden An- glifizierung von bildungspolitischer Seite ein Gegengewicht entgegengestellt werden. Individuelle Mehrsprachigkeitsprofile lassen sich über schulisches Fremdsprachenlernen prägen, können aber auch aus einer bereits zu Beginn des institutionellen Fremdsprachenunterrichts vorhandenen lebensweltlichen Mehrsprachigkeit resultieren, wie sie immer häufiger...

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