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Literaturlinguistik – philologische Brückenschläge

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Jochen A. Bär, Jana-Katharina Mende and Pamela Steen

Der Sammelband verbindet die seit Jahrzehnten konzeptionell und teilweise auch institutionell getrennten Bereiche des Fachs Germanistik: Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft. In 17 Beiträgen werden unterschiedliche thematische Bereiche, Fragestellungen und methodische Ansätze beleuchtet. Textlinguistik, Gesprächsanalyse, Dialektologie, Diskurssemantik und Bildlinguistik werden mit literarischer Hermeneutik, Erzähltheorie, Motivanalyse und Vergleichender Literaturwissenschaft in Beziehung gesetzt. Daraus ergibt sich das Plädoyer für eine neue Philologie, in der die Erkenntnisse beider Teildisziplinen des Fachs Germanistik wechselseitig zur Kenntnis genommen und füreinander fruchtbar gemacht werden.

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Die Pariser Vorlesungen Adam Mickiewiczs als Literatur oder: Voraussetzungen für eine literaturlinguistische Diskurssemantik am Beispiel der Cours de langue et littérature slaves (Jana-Katharina Mende)

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Jana-Katharina Mende Die Pariser Vorlesungen Adam Mickiewiczs als Literatur oder Voraussetzungen für eine literaturlinguistische Diskurssemantik am Beispiel der Cours de langue et littérature slaves Als najwspanialszy poemat (Mickiewicz, W. 1894, 308) – als das „allerwunderbars- te Gedicht“– bezeichnete der polnische Autor Seweryn Goszczyński angeblich die Vorträge seines Kollegen Adam Mickiewicz und begründete damit die Mode, diese Texte als romantische Improvisationen zu lesen (vgl. ebd)1. Die Vorlesungen des polnischen Schriftstellers Adam Mickiewicz, die die- ser in den Jahren 1840–1844 am Pariser Collège de France hielt, bilden mit den daraus entstandenen Mitschriften, Nachschriften, Notizen und Übersetzungen einen komplexen Textverbund, der der Forschung immer wieder neue Rätsel aufgibt.2 Die Texte stehen zwischen wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit der Literatur, Sprache und Geschichte der Slawen und literarischem Werk selbst. Der Autor, Adam Mickiewicz, befindet sich in einem ambivalenten Verhältnis zu den Druckschriften. Einerseits ist er durch seine Vorträge grundsätzlich mit diesem Werk verbunden, andererseits änderten sich durch die verschiedenen Bearbeitungen, durch Mitschrift, Übersetzung und Drucklegung, zahlreiche As- pekte, so dass Mickiewicz nicht mehr als (alleiniger) Verfasser der Druckschriften gelten kann. Wie ich in der Analyse zu zeigen versuchen werde, erinnert dieses 1 So wird Goszczyńskis Aussage in einer Biographie über Adam Mickiewicz, geschrieben von seinem Sohn Władysław Mickiewicz, paraphrasiert. Zu einer kritischen Sicht auf diesen Kommentar und seine Authentizität siehe Weintraub 1998, 115. 2 „Dlaczego prelekcje paryskie? Powodów jest kilka. Przede wszystkiem to tekst fascynujący“ (Kuziak 2007, 5 [„Warum...

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