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Sind Adjektiv und Adverb verschiedene Wortarten? Deutsche Wortarten im Visier

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Hans-Jörg Schwenk

Das Buch wirft ein völlig neues Licht auf die Wortartenklassifikation im Deutschen im Allgemeinen und die Adjektiv-Adverb-Opposition im Besonderen. Es liefert den Beweis dafür, dass sich in Wirklichkeit hinter dem Gegensatz zwischen Adjektiv und Adverb keine Wortarten-, sondern eine Satzteileopposition verbirgt. Deshalb wirbt es für die Aufhebung von Adjektiv und Adverb als Wortarten und ihre Zusammenlegung zur neu einzuführenden Wortart der Spezifikatoren. Darüber hinaus widerlegt der Autor sowohl den morphosyntaktischen als auch den semantischen Ansatz zur Klassifikation der deutschen Wortarten generell und plädiert dafür, bei der Bestimmung der einzelnen Wortklassen ein funktionales Kriterium heranzuziehen.

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3. Aufhebung von Adjektiv und Adverb als Wortartopposition

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Wenn man den Anhängern des klassischen Strukturalismus Glauben schen- ken darf, dann ist der Maßstab, der beim Befinden darüber, ob man einer aus morphologischer Bildung hervorgegangenen sprachlichen Einheit das Brandzeichen grammatisch aufdrücken soll oder nicht, anzulegen ist, deren Obligatheit� So wirbt etwa Mende (1999) vehement für dieses Kriterium, wenn sie in Anlehnung an Bondarko (1995: 31) und V� Lehmann (1997: 144) schreibt (ibidem, 294)29: „Das stichhaltigste Kriterium für die Grammatizität einer Kategorie ist das Kriterium der Obligatheit� (…) Nach diesem Kriterium ist eine Opposition dann grammatisch, wenn die Wortart, an deren Vertreter die Opposition gebunden ist, obligatorisch eines der Glieder der Oppostion zum Ausdruck bringen muss� Anders formuliert ist sie dann grammatisch, wenn eine grammatische Wortform einer entsprechenden Wortart zugleich auch immer die Zugehörigkeit zu einer oder anderen Subkategorien signalisiert�“ C� Lehmann (2002: 12) eifert Mende nach, indem er im Einklang mit Plungi- an (2000: 16) an eine sprachliche Kategorie so lange das Gütezeichen gram- matisch heftet, so lange gewährleistet ist, dass die Sprecher der betreffenden Sprache es sich nicht aussuchen können, ob sie sie beim konkreten Sprechakt spezifizieren oder nicht, also sich nicht auf eine neutrale Form zurückziehen können, sondern gewissermaßen gezwungen sind, sie zu bedienen� V� Lehmann (2003) wiederum orientiert sich um, indem er das früher verfochtene Kriterium der Obligatheit aufgibt und es durch das der Prä- dizierbarkeit ersetzt, was sich in der These niederschlägt, wonach im Be- reich der Grammatik...

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