Show Less

Propädeutik der Unterrichtsmethoden in der Waldorfpädagogik

Series:

Angelika Wiehl

Das Theoriekonzept der waldorfpädagogischen Unterrichtsmethoden von Angelika Wiehl beschreitet Neuland, da zum Theoriebestand der Waldorfpädagogik bisher wenige wissenschaftliche Arbeiten vorliegen – und das, obwohl seit 2000 das wissenschaftliche Interesse an der Waldorfpädagogik stetig steigt. Als zentralen Punkt hebt die Autorin hervor, dass die Unterrichtsmethode mit dem Weg identisch sei, den die Erkenntnis geht. Das Buch stellt argumentativ klar begründet ein neues Forschungsfeld vor, das eine große Relevanz für den zukünftigen Dialog zwischen der Allgemeinen Pädagogik und der Waldorfpädagogik hat. In der Propädeutik der waldorfpädagogischen Unterrichtsmethoden wird die Waldorfpädagogik als ein entwicklungsoffenes Arbeitsfeld vorgestellt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2. Methodendiskussion und Waldorfpädagogik

Extract

Die Beschäftigung mit der Methodenfrage in der Waldorfpädagogik bringt ein Dilemma ans Licht: Ein Unterrichtsverfahren, das seinem Selbstverständnis nach nicht zu metho- disieren oder zu systematisieren ist, soll mit Begriffen der Unterrichtsmethodik erfasst und im Kontext der Erziehungswissenschaft diskutiert werden. Denn in der Waldorfpä- dagogik geht es um eine immer wieder neu aus Intuitionen schöpfende Unterrichtswei- se, für die ein methodentheoretischer Ansatz ungreifbar scheint, aber ausdifferenziert werden soll. Johannes Kiersch umschreibt die Waldorfpädagogik als Erziehungskunst, deren Grundsätze weder „empirisch“ noch „spekulativ“ zu gewinnen seien: „Jeweils ganz neu, aus dem lebendigen Miteinander der Erzieherpersönlichkeit und ihrer Zöglinge in einmaligen, unwiederholbaren Situationen soll mit schöpferischer Beobachtungsgabe pädagogisch gestaltet werden, wie es die Besonderheit der betei- ligten Individualitäten und ihrer Lebensverhältnisse verlangt‟ (Kiersch 1990, S. 15). Dieses Verständnis von Waldorfpädagogik weist auf die Besonderheit ihrer Methode hin: Sie geht von einer schöpferischen Beobachtungsgabe aus und mündet in eine individuelle Tathandlung, die dem freien Künstlerwillen abgelesen ist. Damit wird die Problematik der Einordnung oder Abgrenzung der Waldorfmethodik im schulpädago- gischen Methodenkanon offenbar: Dem methodischen Ansatz, der Erziehungskunst in der Waldorfschule, sind freie Gestaltungsmöglichkeiten im erzieherischen und unterrichtlichen Handeln vorbehalten. Dieser Tatbestand fordert eine wissenschaft- liche Überprüfung und Begründung: So gilt es die Prinzipien der Waldorfmethodik genauer zu erfassen, ihre historische Einbettung zu beleuchten und sie in die Me- thodendiskussion der Erziehungswissenschaft aufzunehmen. Wie andere reformpädagogische Bestrebungen Anfang des 20. Jahrhunderts...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.