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Die Haftung des Hauptversammlungsleiters

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Sebastian Pliquett

Ergeben sich durch Fehler des Hauptversammlungsleiters monetäre Schäden der Aktiengesellschaft, wirft dies die Frage nach der Haftung auf. Ob und wie der Hauptversammlungsleiter als oberste Leitungsinstanz von der Gesellschaft in Regress genommen werden kann, ist Gegenstand des Buches. Sebastian Pliquett überprüft sowohl die Organhaftungsregelungen des AktG als auch die schuldrechtlichen Schadenersatznormen des BGB auf ihre Einschlägigkeit. Außerdem gibt er Hinweise für eine Vermeidung, Reduzierung sowie Versicherbarkeit des Haftungsrisikos.

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B. Grundsätzliches zum Hauptversammlungsleiter

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7B. Grundsätzliches zum Hauptversammlungsleiter Für ein besseres Verständnis des gesamten Themenkomplexes „Hauptversamm- lungsleiter“ soll zunächst grundsätzlich die Position des Hauptversammlungsleiters charakterisiert werden. I. Notwendigkeit einer Hauptversammlungsleitung Der Hauptversammlungsleiter wird in mehreren Normen ausdrücklich erwähnt. Zu nennen sind die §§ 118 Abs. 4, 122 Abs. 3 S. 2, 130 Abs. 2 und 131 Abs. 2 S. 2 AktG. Gemein haben diese Vorschriften, dass sie die Existenz eines Hauptversammlungs- leiters voraussetzen. Insbesondere aus der ausdrücklichen Nennung in § 131 Abs. 2 S. 2 AktG wird nach allgemeiner Ansicht gefolgert, dass die Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft zwingend einer Leitung bedarf.28 Dieser Schluss wird durch eine Betrachtung der aus dem Wesen der Haupt- versammlung resultierenden Interessenlage bestätigt. Die Existenz eines Leiters der Hauptversammlung ist eine Notwendigkeit bei einer durchschnittlichen Ak- tiengesellschaft. Denn die Aktiengesellschaft ist von ihrem gesamten Konzept als Gesellschaft mit offenem und unbeschränkt großem Aktionärskreis ausgeformt, bei dem keinerlei persönliche Verbindungen zwischen den einzelnen Teilhabern gegeben sein müssen. Bei aller Anonymität treffen sich diese unterschiedlichen Charaktere mindestens einmal im Jahr auf der ordentlichen Hauptversammlung. Hier prallen dann eine Vielzahl von unterschiedlichsten Interessen und Ansichten aufeinander. Diese teilweise divergierenden und gegensätzlichen Ansichten, Ein- schätzungen und Verhaltensweisen zum Wohle der Aktiengesellschaft zusammen- zuführen, bedarf der leitenden und ordnenden Hand einer Führungsperson. Nur so kann die Hauptversammlung ihrem Sinn und Zweck als Organ der Gesellschaft gerecht werden.29 Eine Ausnahme von dem Grundsatz der zwingenden Existenz eines Leiters ist einzig...

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