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Transgressionen im Spiegel der Übersetzung

Festschrift zum 70. Geburtstag von Prof. Maria Krysztofiak-Kaszyńska

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Edited By Beate Sommerfeld, Karolina Kęsicka, Małgorzata Korycińska-Wegner and Anna Fimiak-Chwiłkowska

Die Beiträge des Bandes nähern sich dem Phänomen der Transgression im Kontext translatologischer Fragestellungen. Transgressionen werden dabei in mehrfacher Weise konzeptualisiert: als Transzendieren von Kultur- und Wissensgrenzen und Neuverhandlung kultureller Räume, als Ausreizen ästhetischer Normen, Überschreiten von Identitäten, aber auch als Grenzgänge zwischen den Gattungen und Medien. Transgressive Dimensionen werden in der Übersetzung von Dramen (Čechov, Witkacy, Corneille), Lyrik (Leśmian, Różewicz, Mayröcker) sowie in Prosatexten (Twardoch, Wagner) aufgedeckt. Medialen Grenzüberschreitungen wird in Werbetexten und in der Audiodeskription von Filmen und Gemälden nachgegangen.

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Charmante Emanzen. Entdeckungen bei der Übersetzung von Pierre Corneilles Jugendkomödien (Rainer Kohlmayer)

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Rainer Kohlmayer, Mainz-Germersheim Charmante Emanzen. Entdeckungen bei der Übersetzung von Pierre Corneilles Jugendkomödien 1. Pierre Corneilles Jugendkomödien und die »love revolution« Die wenig bekannten fünf Jugendkomödien von Pierre Corneille (1606–1689), die er zwischen 1629 und 1633 schrieb, handeln vorwiegend von der Suche junger Leute nach der ›richtigen‹ Partnerin bzw� dem ›richtigen‹ Partner für die Ehe� Sie wurden alle in Paris von derselben Theatertruppe in der angegebenen Spielzeit uraufgeführt: – MÉLITE ou LES FAUSSES LETTRES� Pièce comique� (1629/30)� (Couton 1980, 1–89; Kommentar 1143–1196)� – LA VEUVE ou LE TRAÎTRE TRAHI� Comédie� (1631/32)� (Couton 1980, 199–298; 1246–1281)� – LA GALERIE DU PALAIS ou L’AMIE RIVALE� Comédie� (1632/33)� (Couton 1980, 299–381; 1282–1311)� – LA SUIVANTE� Comédie� (1633/34)� (Couton 1980, 383–459; 1312–1343)� – LA PLACE ROYALE ou L’AMOUREUX EXTRAVAGANT� Comédie� (1633/34)� (Couton 467–531; 1350–1376)� Das Eherecht der damaligen Zeit bestimmte, dass die Eltern die Wahl des Ehepart- ners vornehmen, was in den Stücken zwar regelmäßig als Bedingung oder poten- tielles Hindernis erwähnt wird, aber in jedem Fall ist die individuelle Liebeswahl, die die jungen Leute treffen, der alles entscheidende Faktor bei Corneille� Die legalen Autoritäten sind praktisch bedeutungslos bzw� werden von diesen selbst als reine Formalie ausgeübt� Im Grunde wählen also die Liebenden ihre Partner ebenso autonom wie in den heutigen »romantischen« Beziehungen, wie es von den soziologischen Klassikern, wenn auch auf völlig unterschiedlicher theoreti- scher Basis, dargestellt...

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