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Der Asyldiskurs in Deutschland

Eine medienlinguistische Untersuchung von Pressetexten, Onlineforen und Polit-Talkshows

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Maria Becker

Das Buch beschäftigt sich mit dem in den Jahren 2013 und 2014 in Deutschland geführten Asyldiskurs. Obwohl nur wenige Menschen in Deutschland direkten Kontakt zu Asylbewerbern haben, haben die meisten eine dezidierte Meinung zu Asylbewerberheimen, Asylbewerberzahlen oder dem Asylrecht. Dies lässt sich in erster Linie auf die Rezeption von Medieninhalten als meinungsprägende Instanzen zurückführen. Diesen sich in den Medien konstituierenden Asyldiskurs nimmt das Werk in den Blick. Durch die Kombination korpuslinguistischer und hermeneutischer Verfahren werden die Versuche der Diskursakteure, die im Asyldiskurs zentralen Konzepte Verantwortung, Angst und Fremdenfeindlichkeit verschiedentlich zu prägen und dominant zu setzen, analysiert. Dabei zeigt sich, dass die auf diese Konzepte verweisenden Ausdrücke durch ihren häufigen Gebrauch im Asyldiskurs ganz eigene Spezifika der Verwendung entwickeln und eingesetzt werden, um Prozesse der Wissensgenerierung und kollektive Einstellungen zu instruieren.

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3. Vorüberlegungen und theoretische Prämissen

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Im Folgenden möchte ich die theoretischen Prämissen, die dieser Arbeit zugrunde liegen, darlegen. In diesem Rahmen soll das Verständnis von Sprache als Erschei- nungsform von Wirklichkeit und Wissen sowie die Auffassung von Diskursen als Praxis der Wissensdarstellung und Wissensgenerierung expliziert werden. Da wir einen Großteil unseres Wissens über (massen-) mediale Berichterstattung bezie- hen, gilt es dabei insbesondere, die erkenntnisformende Kraft von Sprache in Be- zug auf medienvermittelte Inhalte hervorzuheben. 3.1 Sprache, Wissen und Perspektivität Wie der einzelne Laut zwischen den Gegenstand und den Menschen, so tritt die ganze Sprache zwischen ihn und die innerlich und äußerlich auf ihn einwirkende Natur. Er umgibt sich mit einer Welt von Lauten, um die Welt von Gegenständen in sich aufzu- nehmen und zu bearbeiten. […] Der Mensch lebt mit den Gegenständen hauptsächlich, ja da Empfinden und Handeln in ihm von seinen Vorstellungen abhängen, sogar aus- schließlich so, wie die Sprache sie ihm zuführt. (Humboldt 1836: 235, zitiert nach Gardt 2001: 31) Die vorliegende Arbeit gründet sich auf die hier von Humboldt dargelegte Fest- stellung, dass die Wirklichkeit erst durch Sprache erfahrbar wird und die mensch- liche Wahrnehmung deshalb stets durch Sprache vermittelt ist. Die Frage, ob die Sprache tatsächlich als Grundgegebenheit jeglicher Welterfassung und Weltreprä- sentation zu verstehen ist, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden (vgl. hierzu Köller 2004: 8, Beller/Bender 2010 und Carroll 2008). Festgehalten werden kann jedoch, dass uns die Welt zumindest außerhalb unserer Prim...

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