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Mechanismen der Trivialliteratur

Zur Wirkungsweise massenhaft verbreiteter Unterhaltungslektüre

Wolfgang Beutin

In einer Untersuchung von etwa 170 Romanen und Novellen der Trivialliteratur aus der Zeit von 1849 bis 1945 werden die «Mechanismen» dieser Texte aufgezeigt. Die herangezogenen Werkgruppen sind: der Liebesroman, der Frauenroman, der historische Roman, der Gesellschaftsroman, der Abenteuerroman, der Bergroman und der biographische Roman. Die unterschiedlichen Romantypen weisen auf verschiedene Elemente in der Textur zurück – es wird analysiert, wie diese «Mechanismen» die Schriften an das Interesse des Publikums banden und die Inhalte mit der gesellschaftlichen Psychologie und der Ideologie der Lesenden verknüpften.

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Vorwort

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Zu unserer privaten Bibliothek, die vor etwa vier Jahrzehnten aus der Zusam- menfügung zweier Büchersammlungen – derjenigen meiner Frau Heidi und meiner eigenen – entstanden ist, gehören einige Regale der ‚Trivialliteratur‘ mit mehreren hundert Bänden. Es handelt sich größtenteils um Drucke aus dem Zeitraum 1849–1945. Insgesamt gesehen bilden diese einen bescheidenen Aus- schnitt aus einer seit dem mittleren Drittel des 20. Jahrhunderts auslaufenden reichhaltigen Tradition, die durch das Emporkommen des Fernsehens, das Ver- schwinden der Leihbibliotheken und das Einströmen besonders angloamerika- nischer Unterhaltungskunst mit ihren spezifischen Motiven (Science Fiction, Fantasy, Fernseh-Serien) allmählich zum Erliegen kam. Bis dahin war in der Ära nach dem 2. Weltkrieg eine erhebliche Menge von ihnen gerade noch verfilmt worden, vor allem im Genre des ‚Heimatfilms‘, welches sich in mehrere Unterar- ten einteilen läßt, unter denen die eine oder andere hervorsticht wie besonders der Bergfilm (mit einer Handvoll von Standardmimen). Davon erleben einige sogar im eben begonnenen 21. Jahrhundert eine Neuverfilmung, darunter die unverwüstliche „Geierwally“ der Wilhelmine von Hillern. Bei der großen Verbreitung vieler dieser Bücher – in erster Linie Romane, aber auch Novellen und Novellensammlungen – ist von einer bedeutenden Wir- kung auszugehen, die auf bestimmte, in den einzelnen Genres unterschiedliche Elemente in der Textur zurückverweist, die ich in der hier vorliegenden Unter- suchung als „Mechanismen“ bezeichne. Es sind diese, durch welche die Werke an das Interesse der Leserschaft gebunden wurden, und sie vermittelten die In- halte mit der Mentalität oder gesellschaftlichen Psychologie wie ebenso...

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