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Zur individuell-subjektiven Prägung der Bedeutung am Beispiel ausgewählter Ess- und Trinkwaren

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Jolanta Mazurkiewicz-Sokolowska

Die Autorin greift die These des Hauptvertreters der Kognitiven Grammatik, Ronald Langackers über «die Bedeutung als Konzeptualisierung» auf. Die empirische Studie zeigt die Vielfalt und Verschiedenheit der Konzeptualisierungs- und Bedeutungsinhalte, die die ProbandInnen mit alltäglichen Ausdrücken verbinden und bietet einen Einblick in «die mentalen Welten» einzelner Menschen. Die introspektiv-intersubjektive Methode erlaubt es, die Domänen auszusondern, die im Laufe der Konzeptualisierungs- und Bedeutungsbildungsprozesse eröffneten mentalen Räume nachzuvollziehen sowie die repräsentationale und prozessuale Seite der Bedeutung mit zu beleuchten.

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1. Grundprämissen

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1.1 Das Konzept der ‘erfahrungsbasierten Kognition’ Die Kognition, die für die Denk- und Sprachfähigkeit des Menschen, Erwerbs-, Speicher-, Verarbeitungs-, Ab- und Aufrufprozesse von Informationen aller Art zuständig ist, bildet eine Sammlung mentaler Strukturen und Prozesse, die die Erkenntnis bzw� Erfahrungs- und Informationsverarbeitung aller Modalitäten ermöglichen (vgl� Ziem 2008: 36)� Die Hervorhebung der Rolle der Erfahrung führt zur Etablierung des Begriffs der ‘erfahrungsbasierten Kognition’7, mit dem der Mensch in den Mittelpunkt gestellt und der Einfluss verschiedener Aspekte der Erfahrung u�a� sensomotorischer, sozialer, emotionaler Art betont werden (vgl� Ziem 2008: 64)� Dabei kommt den Emotionen eine insofern besondere Rolle zu, dass sie an jedem menschlichen Handeln beteiligt sind�8 Seitdem neurobio- logische Befunde bestehen, dass dieselben Hirnregionen (medialer präfrontaler Kortex und Amygdala) sowohl erkenntnisbasierte als auch emotionale Prozes- se steuern (vgl� Damasio 1997), wird postuliert, die Emotionen als gleichwerte Komponente der Kognition anzuerkennen� Gemeint ist ein Kognitionskonzept „das offen ist für emotionale Einflussgrößen und ein Menschenbild, in dem die starke Trennung von Geist und Körper sowie Geist und Gefühl aufgehoben wird“ (Schwarz-Friesel 2007: 10)� Die Kognition lässt sich demnach als Menge der mentalen Strukturen und Prozesse auffassen, die auf integrierte Weise erkenntnis-, erfahrungs- und emo- tionsbasierte Informationen als Wissens bzw� Erfahrungsfragmente aufeinander beziehen, in Relationen bringen und deren Verarbeitung steuern� Es ist viel mehr davon auszugehen, dass das Wissen und die Erfahrung des Menschen emotionsgeleitet und emotionsgeprägt sind, so dass die Emotionen nicht nur als eine dritte Komponente...

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