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Das mentale Lexikon von Lehrern und Schülern

Ein sprachwissenschaftlicher Schulartenvergleich auf Wortartenbasis

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Bianca Schmidl

Die Autorin stellt einen sprachwissenschaftlichen Schulartenvergleich an. Sie untersucht das mentale Lexikon von Lehrkräften und Schülern der Hauptschule bzw. Mittelschule und des Gymnasiums in Bayern auf Basis der Sprachbarrierenforschung und der institutionellen Kommunikationsforschung – ergänzt um aktuelle Ergebnisse der PISA-Studie. Anhand einer neu entwickelten pragma-institutionellen Methodenkombination wählt sie quantitative und qualitative Untersuchungspunkte aus und analysiert diese hinsichtlich ihrer konkreten Wirkung auf den Unterricht. Die Autorin ermittelt anhand dieses Verfahrens den Wortschatz der Aktanten beider Schularten, zieht erste Schlussfolgerungen hinsichtlich der Wortartenverwendung und zeigt mögliche Auswirkungen auf die Institutionsagenten und -klienten auf.

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1 Einführung

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Hauptschule: Hier nix Schneeball werfen! Realschule: Bie keine Schneebälle werfen. Gymnasium: Ballissche Experimente mit der kristallinen Form von H2O stehen auf dem Gelände der schulischen Edukaon unter strikter Prohibition. (geschaut.com) Hauptschule: ne Karre! Realschule: ein Fahrzeug! Gymnasium: ein benzinbetriebenes Fortbewegungs- miel, das mit einem Motor betrieben wird! schaut.com)(ge Nicht zuletzt waren es auch humoristische Zitate dieser Art, die diese Arbeit inspiriert haben. Auch wenn diese Zitate aus keiner empirischen Untersuchung hervorgehen, in keiner Feldforschung entdeckt wurden, sondern lediglich den phantasievollen Köpfen Jugendlicher entspringen, so zeigen sie dennoch eine in der Bevölkerung weit verbreitete Grundüberzeugung: Die Schülerinnen und Schüler1 der Schularten Hauptschule, Realschule und Gymnasium unterschei- den sich nicht nur hinsichtlich ihres Begabungsgrades, ihrer logischen, analyti- schen Fertigkeiten, ihrer nonverbalen Kompetenzen, sondern auch hinsichtlich ihrer sprachlichen Ausdrucks- und Rezeptionsfähigkeit. Die Erfinder dieser beiden fiktiven Beispiele schreiben den Schülern der Haupt- schule zu, vor allem umgangssprachliche Wörter (ne, nix, Karre), eine simplifi- zierte elliptische Syntax und Flexionsmorpheme im begrenzten Maß (Schneeball statt Schneebälle) zu verstehen und zu verwenden. Die Gymnasiasten bzw. die- jenigen, die mit ihnen sprechen, scheinen im Gegensatz dazu mit Fremdwörtern 1 Aus Gründen der Leserfreundlichkeit wird in dieser Arbeit von nun an auf die binäre Nennung der maskulinen und femininen Personenbezeichnung verzichtet, sofern es sich um eine geschlechtlich heterogene Gruppe handelt und ein Verweis auf deren Ge- schlechtlichkeit irrelevant ist. Verwendet wird in diesem Falle stellvertretend für beide Geschlechter die maskuline Personenbezeichnung. Erweist...

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