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Mediation im Gesundheitswesen

Außergerichtliche Streitbeilegung bei Arzthaftungskonflikten

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Catharina Herzog

Mediation gewinnt an öffentlicher Aufmerksamkeit und damit an Bedeutung. Stetig werden neue Anwendungsbereiche erschlossen. Im Bereich des Arzthaftungsrechtes ist sie allerdings noch weitgehend unbekannt. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Frage, ob Mediation auch in Arzt-Patient-Konflikten eine gleichwertige Streitbeilegungsmöglichkeit neben den gerichtlichen Verfahren sowie den Verfahren der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Landesärztekammern sein kann. Im Fokus stehen dabei sowohl die theoretische Geeignetheit der Mediation im Bereich des Arzthaftungsrechtes als auch ihre praktischen Umsetzungschancen. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse setzt sich die Autorin mit den Grenzen des Verfahrens und seinen Anwendungsmöglichkeiten eingehend auseinander.

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Kapitel 2: Mediation

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A. Einführung Mediation als alternatives Konfliktlösungsverfahren ist über den Status eines ame- rikanischen Trends in der deutschen Streitkultur längst hinausgewachsen und hat sich inzwischen bei den Gerichten und in der Anwaltschaft etabliert172. Langsam gewinnt es auch in der Gesellschaft an Popularität. Für Juristen öffnet sich ein spannendes und lukratives Betätigungsfeld, was auch Ausdruck in der Juristen- ausbildung findet. Dieses Kapitel soll einen Überblick über das Verfahren geben und aktuelle Ent- wicklungen aufzeigen. Dazu wird zunächst der Begriff der Mediation geklärt, die Verfahrensprinzipien werden erläutert, die einzelnen Phasen einer Mediation vorge- stellt, eine Abgrenzung zu anderen Verfahren wird vorgenommen sowie ein Über- blick über die Herkunft und die mannigfaltigen Anwendungsgebiete der Mediation gegeben. Anschließend wird der aktuellen Frage nach weiterem Regelungsbedarf, auch im Hinblick auf das nunmehr verabschiedete Mediationsgesetz nach- und auf die Typenbildung der Mediation eingegangen. Ausführungen über die Risiken und Chancen der Mediation schließen das Kapitel ab. I. Definition des Begriffs „Mediation“ und Einführung in die Ziele eines Mediationsverfahrens Das Verfahren der Mediation ist weder in der Wissenschaft noch in der Praxis ein- heitlich definiert. In der Literatur werden unterschiedliche Begriffsbestimmungen zu Grunde gelegt, die parallele Elemente aufweisen, aber auch Divergenzen offen- baren173. Mit dem neuen Mediationsgesetz (MediationsG) wird eine einheitliche Definition geschaffen werden. Nach § 1 Abs. 1 S. 1 MediationsG ist eine Mediation „[…]ein vertrauliches Verfahren, bei dem die Parteien mit Hilfe eines Mediators freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konfliktes anstreben. […]“. Diese verh...

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