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Formelhafte (Ir-)Regularitäten

Korpuslinguistische Befunde und sprachtheoretische Überlegungen

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Sören Stumpf

Das Buch thematisiert phraseologische Irregularitäten, also Phraseme, die strukturelle oder semantische Abweichungen gegenüber dem freien Sprachgebrauch aufweisen. Der Autor zeigt systematisch deren Vielfalt auf, wertet ihren tatsächlichen Gebrauch mithilfe von Korpusanalysen aus und reflektiert ihre Spezifika aus sprachnorm- und sprachwandeltheoretischer sowie konstruktionsgrammatischer Perspektive. Er kommt zu dem Ergebnis, dass phraseologische Irregularitäten innerhalb der Phraseologie beziehungsweise der formelhaften Sprache keine Randstellung einnehmen. Ihr irregulärer Charakter muss daher aus verschiedenen Blickrichtungen relativiert werden.
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IV. Fazit und Ausblick

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405 19. Fazit Ziel dieser Arbeit war es, einen umfassenden und detaillierten Überblick über formelhafte (Ir-)Regularitäten sowohl aus empirischer als auch theoretischer Perspektive zu geben. Insgesamt wurde gezeigt, dass es sich bei formelhaften (Ir-)Regu la ritäten nicht um einen vernachlässigbaren Bereich der Phraseologie handelt, sondern dass diese besonderen Erscheinungsformen einen konstituti- ven und elementaren Bestandteil von (formelhafter) Sprache darstellen und sie keineswegs deren Ordnung stören (vgl. Coulmas 1981a: 29f.). Im Abgleich mit den gängigen phraseologischen Eigenschaften (Polylexi- kalität, Festigkeit und Idiomatizität) kam zum Vorschein, dass formelhaft (ir-) reguläre Wendungen diese genauso wie unmarkierte Phraseme nur mehr oder weniger aufweisen. Auch formelhaft (ir-)re guläre Wendungen lassen sich auf der gesamten Merkmalsskala anordnen. Sie vereinen trotz ihrer „Irregularität“ nicht zwangsläufig die prototypischen Ausprägungen (sprich: Satzgliedwertig- keit, absolute Festigkeit und volle Idiomatizität), denn es existieren auch nicht- satzgliedwertige, stark variable und nicht-idiomatische formelhaft (ir-)reguläre Wendungen. Die Arbeit tritt für die Ablösung der bis dato gängigen Bezeichnung für den Untersuchungsgegenstand ein. Die negativ konnotierten Termini „phraseologi- sche Irregularität“ und „phraseologische Anomalie“ sollten durch den neutralen Terminus „formelhafte (Ir-)Re gularität“ ersetzt werden. Durch diesen wird einerseits das Spektrum formelhaft (ir-)re- gulärer Wendungen betont, die weit bis in die phraseologische Peripherie rei- chen, andererseits wird das „irreguläre“ Moment dieses Gegenstandes relativiert und im Umkehrschluss werden die durchaus vorhandenen Regelmäßigkeiten hervorgehoben. Zum ersten Mal wurde eine genauere Begriffsbestimmung...

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