Show Less

Regulierung anwaltlicher Parteivertreter in internationalen Schiedsverfahren

Rechtlicher Rahmen für in- und ausländische Rechtsanwälte vor Schiedsgerichten mit Sitz in Deutschland

Series:

Sven Hasenstab

Der Autor untersucht die Regulierung ausländischer Parteivertreter in internationalen Schiedsverfahren mit Sitz in Deutschland. Anders als vor nationalen Gerichten dürfen in internationalen Schiedsverfahren auch ausländische Parteivertreter, d.h. Anwälte, die nicht am Sitz des Schiedsgerichts zugelassen sind, als Bevollmächtigte auftreten. Welches Berufsrecht ist auf sie anwendbar? Wird ihre Tätigkeit vom deutschen Strafrecht erfasst? Welche Kompetenzen haben Schiedsgerichte, um etwa kollidierende Berufsrechte in Ausgleich zu bringen oder Fehlverhalten zu sanktionieren? Neben diesen Fragen diskutiert der Autor außerdem, ob eine zusätzliche Regulierung durch sog. «Soft-Law», wie etwa den Guidelines von IBA oder LCIA, für den Schiedsstandort Deutschland notwendig oder wünschenswert ist.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

3.Teil: Regulierung anwaltlichen Verhaltens durch Soft-Law

Extract

153 3.Teil: Regulierung anwaltlichen Verhaltens durch Soft-Law In jüngerer Zeit gab es für die Schaffung von Verhaltensstandards für Partei- vertreter von mehreren Seiten Vorschläge. Zunächst legte die Wissenschaftlerin Catherine A. Roberts eine methodische Grundlage für die Schaffung und Durch- setzung derartiger Regeln vor (A.). Im Mai 2013 wurden dann die IBA Guide- lines für Parteivertreter vorgelegt (B.). Im Februar 2014 folgte ein Entwurf von Guidelines, die die neuen Verfahrensregeln des LCIA ergänzen sollen (C.). Alle drei Ansätze werden nach ihrer inhaltlichen Besprechung – als Ergebnis dieses Teils – auf ihre Geeignetheit für deutsche Schiedsverfahren untersucht (D.). A. Ansatz Catherine A. Rogers Die Idee, berufsethische Regeln von den Schiedsinstitutionen aufstellen und von den Schiedsgerichten und Schiedsinstitutionen durchsetzen zu lassen wurde erstmals im Jahr 2002 von der US-Amerikanerin Catherine A. Rogers in zwei umfangreichen und aufeinander aufbauenden Aufsätzen vorgebracht. Unter dem Titel „Fit and Function in Legal Ethics: Developing a Code of Conduct for International Arbitration“ entwickelte Rogers eine Methode zur Ermittlung des Inhalts von Berufsregeln für internationale Schiedsverfahren.648 Unter dem Ti- tel „Context and Institutional Structure in Attorney Regulation: Constructing an Enforcement Regime for International Arbitration“ legte sie dann den Entwurf eines Modells zur Ausarbeitung und Durchsetzung dieser Regeln vor.649 Das Mo- dell von Rogers knüpft daran an, dass nationales Berufsrecht ungeeignet sei, in einem internationalen Schiedsverfahren zu sachgerechten Lösungen zu gelan- gen (I.). Ausgehend von dieser These sollten die Schiedsinstitutionen laut Rogers eigene Berufsregeln erstellen, die dem Charakter...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.