Show Less

Das kostenlose periodische Druckwerk

Struktur, presse- und wettbewerbsrechtliche Problematik von Anzeigenblättern

Series:

Liane Vollmer-Gärtner

Dieses Buch beleuchtet die Pressegattung Anzeigenblatt erstens als publizistisches Phänomen und Geschäftsmodell auf dem Pressemarkt und zweitens als unlautere Wettbewerbshandlung, die vermeintlich die Pressefreiheit untergräbt. Die Autorin stellt die zentrale Frage, unter welchen Voraussetzungen der Gratisvertrieb von Anzeigenblättern rechtlich unzulässig sein kann und prüft dies aus einer verfassungsrechtlichen Perspektive. Ein Verbot befindet sie nur dann als angemessen, wenn die unentgeltliche Verteilung von Presseerzeugnissen den Pressewettbewerb konkret gefährdet. Dieser Fall tritt ein, falls die Anzahl der Presseerzeugnisse auf dem jeweiligen Zeitungsmarkt abnimmt, ohne dass die Anzeigenblätter denselben Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung erbringen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Vorwort

Extract

Von den vollwertigen Anzeigenblättern bzw. Gratiszeitungen, die um die Jahr- tausendwende auf den deutschen Markt kamen, besteht heute keine mehr. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Arbeit an Aktualität verloren hat. Im Gegenteil – Medienschaf fende stehen heute mehr denn je unter wirtschaftlichem Druck im Kampf um Aufmerksamkeit, Entgelte und Werbeeinnahmen, da Zeitbudget und Werbekuchen begrenzt sind und die Anzahl neuer Medienprodukte ständig zunimmt. Der Grund: Die Digitalisierung als neue technische Produktionsbe- dingung hat die Anforderungen an Finanzen und Ausstattung für einen Markt- eintritt deutlich gesenkt. Mit steigendem Wettbewerb nimmt nun die Bedeutung der Rentabilität zu. Wie wirkt es sich auf die redaktionelle Qualität aus, wenn Medienprodukte, wie Gratiszeitungen, hauptsächlich wirtschaftliche Interessen verfolgen? Können Qualitätsprodukte durch publizistisch minderwertige Ange- bote verdrängt werden, weil sie sich ohne klare redaktionelle Linie möglichst stark am Massengeschmack ausrichten und sich ausschließlich aus Werbeein- nahmen finanzieren? Und falls ja, muss der Staat dann zugunsten einer vielfälti- gen Medienlandschaft schützend eingreifen, damit die „öf fentliche Aufgabe“ der Medien in einer Demokratie hinreichend gewährleistet wird? Auf diese publizistischen, rechtlichen und demokratietheoretischen Fragen gibt diese Arbeit Antworten für den Pressemarkt. Sie haben medienübergreifen- de Bedeutung und können etwa im Hinblick auf Online-Angebote und Pres- seerzeugnisse angewandt werden. Als aktuelles Beispiel sei der Streit zwischen Zeitungsverlegern und den öf fentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bezüglich ihrer umfangreichen Websites genannt. Die vorliegende Arbeit wurde im Wintersemester 2011/2012 vom Fachbe- reich 02 – Sozialwissenschaften, Medien und Sport...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.