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Die Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung

Rechtliche Einordnung und Haftungsverfassung unter Berücksichtigung der englischen LLP

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Isabel Kristin Fischer

Die Autorin setzt sich mit den bislang noch ungeklärten Fragen der praxisrelevanten Haftungskonstellationen des Innen- und Außenverhältnisses der 2013 neu eingeführten Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartG mbB) auseinander. Den Schwerpunkt des Buches bildet die Untersuchung des Haftungsregimes dieser neuen Rechtsformvariante aus der Perspektive von anwaltlichen Zusammenschlüssen. Darüber hinaus arbeitet die Autorin die in der Praxis bestehenden Haftungsrisiken heraus und zeigt die Möglichkeiten zur Vermeidung einer persönlichen Einstandspflicht auf. Ein Vergleich zur herkömmlichen Partnerschaftsgesellschaft sowie zur englischen LLP stellt die jeweiligen Haftungsverfassungen bewertend gegenüber.

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Einleitung

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A. Die Berufsausübung des Rechtsanwaltes im Wandel der Zeit Die Tätigkeit des Rechtsanwaltes hat im Laufe der Zeit einen Wandel erfahren. Der Rechtsanwalt übte früher seinen Beruf üblicherweise in einer Einzelpraxis aus. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die gemeinsame Berufsausübung von Rechtsanwälten kritisch gesehen. Das Berufsbild des Rechtsanwaltes stand seit jeher unter dem Leitbild der freien Advokatur. Mit der „Freiheit der Advokatur“ wurde ursprünglich die Forderung nach einer von staatlicher Kontrolle losgelös- ten Berufsausübung im Sinne einer institutionellen Freiheit verstanden.2 In sei- ner weiteren Entwicklung wurde das Verständnis der freien Advokatur durch die Vorstellung einer unabhängigen, eigenverantwortlichen und durch persönliche Fähigkeiten geprägten Erbringung der beruflichen Tätigkeit weiter spezifiziert.3 Mit diesem Verständnis der freien anwaltlichen Tätigkeit vermochte die Ausübung des Berufes in einer Sozietät kaum vereinbar sein. So wurde befürchtet, dass eine gemeinsame Berufsausübung mehrerer Rechtsanwälte nur zur Steigerung der an- waltlichen Leistung in quantitativer Hinsicht führe, wobei aber gerade die Qualität der anwaltlichen Tätigkeit eine Einbuße erfahre.4 Vor allem der Zusammenarbeit in anwaltlichen Großbetrieben wurde eine „geschäftsmäßige Routine“ und „mecha- nische Betriebsamkeit“ zugeschrieben, hinter der die selbständige und persönliche Ausübung des Berufes zurückgedrängt werden würde.5 Dieses Misstrauen gegenüber der gemeinschaftlichen Berufsausübung wurde nicht nur durch den aufkommenden Ruf nach Spezialkenntnissen des Rechtsan- waltes aufgeweicht, sondern auch durch die grundsätzliche Billigung anwaltlicher Zusammenarbeit...

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