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Modifikationen semantischer Strukturen in Wortbildungsspielen

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Joanna Janicka

Wortspiele entstehen unter anderem infolge kreativen Umgangs mit Wortbildungsregeln. In der Monographie schlägt die Autorin eine Definition und Klassifikation von Wortbildungsspielen vor dem Hintergrund von Wittgensteins Sprachspieltheorie vor. Sie untersucht, wie das Spiel mit den Wortbildungsregeln die semantische Struktur von Wörtern verändert. Die Untersuchungsmethode stützt sich auf die Erkenntnis, dass komplexe Lexeme als prädikative Strukturen aufgefasst werden können. Den Analysen liegt die Dependenzgrammatik zugrunde. Die Ergebnisse weisen nach, dass durch das Wortbildungsspiel in den Prädikationsstrukturen bewirkte Veränderungen bestimmte Regelhaftigkeiten erkennen lassen.

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2. Wortbildungsspiele - theoretische Grundlagen

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Wie die Termini ‚Sprachspiel‘ und ‚Wortspiel‘, kann auch der Terminus ‚Wortbil- dungsspiel‘ in verschiedenen Kontexten und von verschiedenen Sprachnutzern unterschiedlich verstanden werden. Als Wortbildungsspiele werden manchmal bestimmte Gesellschaftsspiele bzw. didaktische Spiele bezeichnet, die Schülern die Wortbildungsregeln näherbringen oder deren Aneignung erleichtern sollen. Von dieser Bedeutung wird hier abgesehen. Das Wortbildungsspiel wird als eine sprachliche Erscheinung erfasst. Bevor ich zu einer Definition und Klassifizierung von Wortbildungsspielen übergehe, wird der Forschungsstand zu diesem Thema präsentiert und diskutiert. 2.1 Forschungsstand – ein Überblick Der Terminus „Wortbildungsspiel“ kommt nur vereinzelt in der Fachliteratur vor, was allerdings nicht bedeutet, dass Wortbildungsspiele in der Forschung unbe- rücksichtigt bleiben. Die meisten Untersuchungen behandeln allerdings entweder einzelne Typen bzw. Aspekte von Wortbildungsspielen (dann ist die Rede z.B. von Okkasionalismen, wortspielerischen Neologismen, Wortverfremdungen, Umdeu- tungen etc.) oder auf der anderen Seite umfassendere Themen, bei deren Erör- terung unter anderem auch Wortbildungsspiele ins Interessenfeld miteinbezogen werden (hierzu sind Untersuchungen zu Wortspielen, zum verbalen Humor o.ä. zu rechnen). Es liegt nahe, zunächst zu prüfen, wie (und ob) Wortbildungsspiele in der Li- teratur zur Wortbildung behandelt werden. In allgemeinen Veröffentlichungen zur Wortbildung des Deutschen (Einführungen, Handbüchern o.ä.) wird der spielerische Umgang mit den Regeln der Wortbildung je nach der linguistischen Richtung, der die Autoren anhängen, entweder nur am Rande oder gar nicht thematisiert. In strukturalistisch orientierten Arbeiten (z.B. Fleischer 1969, Er- ben 1983) findet er kaum Beachtung. Während Fleischer (1969) sich zu diesem Phänomen überhaupt nicht äußert, und Erben...

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