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Modifikationen semantischer Strukturen in Wortbildungsspielen

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Joanna Janicka

Wortspiele entstehen unter anderem infolge kreativen Umgangs mit Wortbildungsregeln. In der Monographie schlägt die Autorin eine Definition und Klassifikation von Wortbildungsspielen vor dem Hintergrund von Wittgensteins Sprachspieltheorie vor. Sie untersucht, wie das Spiel mit den Wortbildungsregeln die semantische Struktur von Wörtern verändert. Die Untersuchungsmethode stützt sich auf die Erkenntnis, dass komplexe Lexeme als prädikative Strukturen aufgefasst werden können. Den Analysen liegt die Dependenzgrammatik zugrunde. Die Ergebnisse weisen nach, dass durch das Wortbildungsspiel in den Prädikationsstrukturen bewirkte Veränderungen bestimmte Regelhaftigkeiten erkennen lassen.

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4. Komplexe Lexeme als prädikative Strukturen

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Einen der Ausgangspunkte für die in der vorliegenden Arbeit präsentierten Un- tersuchungen stellt die Annahme dar, dass komplexe Wörter als implizite Prä- dikationen aufzufassen sind. Die Konstituenten, aus denen komplexe Lexeme bestehen, stehen in bestimmten Relationen zueinander, und diese lassen sich als Prädikationen ausdrücken. Mit anderen Worten: Komplexe Lexeme sind in Prädikationen auflösbar. Von einer prädikativen Relation ist die Rede, wenn einem Gegenstand eine in- härente oder relationale, permanente oder momentane Eigenschaft zugeschrieben wird (vgl. Karolak 2001: 12028). Prädikation ist also grundsätzlich mit Charakte- risierung gleichzusetzen. Damit von einer Charakterisierung die Rede sein kann, muss es das Charakterisierte und das Charakteristikum geben (vgl. Strecker 1997a: 678). Das Charakterisierte muss dabei jedoch nicht unbedingt ein Gegenstand im Sinne ‘Ding, Sache‘ sein, auch nicht erweitert ‚Lebewesen‘ oder ‚Institution‘, son- dern es kann sich auch um einen Sachverhalt oder eine Relation (vgl. ebd. 683) handeln. Das Charakteristikum ist das dem Gegenstand in diesem Sinne zugewie- sene Prädikat. Dieses eröffnet Leerstellen, die durch Argumente zu besetzen sind, welche Eigenschaften aufweisen, die zum Charakterisierungspotential des Prädi- kats komplementär sind (vgl. Strecker 1997b: 730) und die keine Unterschiede in der Rangordnung aufweisen: Alle Argumente sind gleichgestellt. Zur Bewahrung begrifflicher Klarheit ist es wichtig, auf den Unterschied zwi- schen einer prädikativen Struktur und der Prädikationsstruktur einzugehen. Un- ter einer prädikativen Struktur wird in der vorliegenden Arbeit ein komplexes sprachliches Zeichen oder ein Zeichenkomplex verstanden, in dem es ein...

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