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Modifikationen semantischer Strukturen in Wortbildungsspielen

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Joanna Janicka

Wortspiele entstehen unter anderem infolge kreativen Umgangs mit Wortbildungsregeln. In der Monographie schlägt die Autorin eine Definition und Klassifikation von Wortbildungsspielen vor dem Hintergrund von Wittgensteins Sprachspieltheorie vor. Sie untersucht, wie das Spiel mit den Wortbildungsregeln die semantische Struktur von Wörtern verändert. Die Untersuchungsmethode stützt sich auf die Erkenntnis, dass komplexe Lexeme als prädikative Strukturen aufgefasst werden können. Den Analysen liegt die Dependenzgrammatik zugrunde. Die Ergebnisse weisen nach, dass durch das Wortbildungsspiel in den Prädikationsstrukturen bewirkte Veränderungen bestimmte Regelhaftigkeiten erkennen lassen.

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5. Semantische Strukturen von Wortbildungsspielen

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Die Analyse von 150 Wortbildungsspielen aus dem Korpus erlaubte es, gewisse Regelmäßigkeiten hinsichtlich ihrer Semantik festzustellen. Bestimmte Verän- derungen der semantischen Struktur der Ausgangslexeme, die durch das Spiel zustande kommen, können einzelnen Wortbildungsspieltypen zugeordnet wer- den. Im Folgenden werden diese Veränderungen im Einzelnen erörtert. Als Ausgangspunkt wird immer das Wort genommen, auf dem das Wortbil- dungsspiel aufbaut. Im Falle von komplexen Wörtern handelt es sich meistens um prädikative Strukturen, wenn aber das Wortbildungsspiel von einem Sim- plex ausgeht, so ist im Ausgangspunkt meist keine prädikative Struktur feststell- bar (es sei denn, das Simplex ist ein Verb). Daraus ergibt sich die erste, noch recht allgemeine Unterscheidung: in Wortbildungsspiele, in denen eine prädika- tive Struktur erst entsteht und in Wortbildungsspiele, in denen die „angetroffe- ne“ prädikative Struktur verändert wird. Die zweite Gruppe kann dann je nach Art und Grad der Veränderung weiter unterteilt werden. Im Folgenden wird dargestellt, wie sich die Prädikationsstruktur je nach WBS-Typ ändert bzw. wie Prädikationen durch ein WBS erst entstehen. 5.1 Semantische Strukturen von Remotivationsspielen Die Grundlage von Remotivationsspielen bilden zusammengesetzte Wörter, de- ren Bedeutung sich nicht aus den Bedeutungen der Konstituenten ergibt (vgl. Kap. 2.2.1). Diese Wörter bezeichnen Referenten, die mit den Konstituenten ent- weder nur noch wenig oder gar nichts mehr gemeinsam haben. Da die Bedeutung – entweder beider oder einer - der Konstituenten für die Bedeutung des ganzen Kompositums nicht mehr relevant und die ursprüngliche Relation zwischen den...

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