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Mitteldeutsche Orientliteratur des 12. und 13. Jahrhunderts. «Graf Rudolf» und «Herzog Ernst»

Ein Beitrag zu interkulturellen Auseinandersetzungen im Hochmittelalter

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Yücel Sivri

Die beiden mitteldeutschen Epen «Graf Rudolf» und «Herzog Ernst» spielen zwar in den neuesten Darstellungen der Geschichte der deutschen Regionalliteratur eine Rolle, aber ihre Einordnung in Gattungen lässt Fragen offen. Zur Diskussion stehen ihre Verbindung zur Heldenepik sowie ihre Rezeption besonders im mitteldeutschen Kulturraum. Dadurch, dass der Autor die Werke in die historischen Zusammenhänge des ausgehenden 12. und beginnenden 13. Jahrhunderts einordnet und Motivverwandtschaften als Ausdruck des im Hochmittelalter blühenden Kulturaustausches interpretiert, werden die bis in die jüngste Zeit gängigen Bezeichnungen «Fabulierlust» oder «orientalische Exotik» obsolet. Der Autor hebt die Einzigartigkeit dieser Epen ebenso wie ihre Vorbildhaftigkeit hervor, indem er sie in weltliterarische Zusammenhänge einordnet.

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Vorwort

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Die Beziehungen zwischen den Ländern Europas und des Vorderen Orients und deren Literaturen werden zwar schon seit längerer Zeit untersucht, gewannen aber in den letzten Jahren zunehmend an Aktualität. Die Rede vom ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff und in jüngster Zeit der Aufsatz von Michael Borgolte sowie die Publikation, die die Ausstellung „Kaiser und Kalifen“ begleite- te, sind einige Beispiele dafür. 1 Die vorliegende Arbeit, die sich als germanistische Untersuchung versteht, entstand in den Jahren 2008 bis 2014 und verfolgt das Ziel, gegenwärtig vorrangig wichtigen Fragen des kulturellen Austausches zwischen west- und mitteleuropäischen und orientalischen Literaturen nachzugehen und einen Beitrag zur Beantwortung vordergründig aus germanistischem Blickwinkel her zu leisten. Das soll am Beispiel der mitteldeutschen anonymen Versepen – ‘Graf Rudolf ’ (GR) und ‘Herzog Ernst’ (HE) – geschehen. Dem Promotionsantrag wurde im Wintersemester 2008/09 von der Geistes- wissenschaftlichen Fakultät der Technischen Universität Berlin stattgegeben. Das Manuskript wurde im Mai 2014 abgeschlossen. Fachliteratur konnte bis zu diesem Zeitpunkt berücksichtigt werden; später veröffentlichte Werke sind nur punktuell nachgetragen. Mein Dank gilt all jenen, die mich bei der Arbeit an dieser Dissertation unter- stützt haben, sei es unmittelbar durch Anregungen, Ratschläge und Kritik, sei es mittelbar durch die notwendige Ablenkung von der Arbeit. Dank gebührt in erster Linie meinem Doktorvater Herrn Prof. Dr. Rudolf Ben- tzinger (Technische Universität Berlin), von dessen unendlichem Wissen, Güte und Geduld ich profitieren durfte. Er gab mir die Anregung zu diesem Thema...

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