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Bildungspolitik im Kaiserreich: Die Thun-Hohenstein’sche Universitätsreform insbesondere am Beispiel der Juristenausbildung in Österreich

Die Thun-Hohenstein´sche Universitätsreform insbesondere am Beispiel der Juristenausbildung in Österreich

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L. M. Graf von Thun und Hohenstein

Das Buch untersucht das Reformwerk ebenso wie die Person des österreichischen Reformers Leo Thun-Hohenstein und widmet sich auch den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Epoche. Noch während der Revolution von 1848 erkannte das österreichische Kaiserhaus, dass nur eine fundamentale Reform des Bildungssystems die revolutionäre Stimmung an den Universitäten befrieden könnte. Leo von Thun-Hohenstein setzte die ihm vom Kaiser gestellte Aufgabe als Unterrichtsminister von 1849–1860 trotz teils heftiger Widerstände um. Bis heute beeinflusst die Reform des Leo Thun-Hohenstein das österreichische Bildungswesen.

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2. Bildung in der österreichischen Monarchie bis 1792

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2.1. Bildungspolitik in Folge der theresianischen Reformen 2.1.1. Hintergründe der theresianischen Reformen Als Karl VI. im Jahre 1713 die pragmatische Sanktion als pactum mutuum suc- cessionis erließ, wollte er für den Fall, dass ein männlicher Nachfolger für den Monarchen nicht zur Verfügung stehen sollte und mit dessen Tod nach den bis dahin geltenden Erbfolgeregelungen daher nicht nur die männliche Linie des Hauses Habsburg auszusterben, sondern auch dessen Machtverlust drohte, die Tochter des letzten männlichen Monarchen als erbberechtigt erklären12. Über einen nur Familieninteressen wahrenden Vertrag hinaus wurde die pragmati- sche Sanktion so zum Staatsgrundgesetz13 des Habsburgerreiches14 und bis 1918 Rechtsgrundlage der österreichischen Monarchie15. Karl VI. hatte mit der Sank- tion erstmals die Unteilbarkeit und Untrennbarkeit der habsburgischen Länder verfügt und somit erst die Grundlagen für die Staatlichkeit der Habsburger Mo- narchie als österreichisches Kaiserreich in Form einer Realunion gelegt16. 1740 bestieg Maria Theresia auf Grundlage der pragmatischen Sanktion den Thron und verhinderte so das Auseinanderbrechen des Reiches17. Maria Theresia konn- te ihre Stellung als österreichische Kaiserin im Österreichischen Erbfolgekrieg zwar erfolgreich, aber unter dem im Frieden von Dresden von 1745 besiegelten Verlust des Großteils Schlesiens und des im Frieden von Aachen 1748 zugestan- denen Verzichts auf die norditalienischen Fürstentümer Parma, Piacenza und 12 Dass die pragmatische Sanktion bereits seine eigene Nachfolge regeln würde war für Karl VI. schon deshalb nicht abzusehen, da Maria Theresia erst 1717 geboren wurde. 13 Brauneder (1985) in Gutkas, Die pragmatische...

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