Show Less

Bildungspolitik im Kaiserreich: Die Thun-Hohenstein’sche Universitätsreform insbesondere am Beispiel der Juristenausbildung in Österreich

Die Thun-Hohenstein´sche Universitätsreform insbesondere am Beispiel der Juristenausbildung in Österreich

Series:

L. M. Graf von Thun und Hohenstein

Das Buch untersucht das Reformwerk ebenso wie die Person des österreichischen Reformers Leo Thun-Hohenstein und widmet sich auch den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Epoche. Noch während der Revolution von 1848 erkannte das österreichische Kaiserhaus, dass nur eine fundamentale Reform des Bildungssystems die revolutionäre Stimmung an den Universitäten befrieden könnte. Leo von Thun-Hohenstein setzte die ihm vom Kaiser gestellte Aufgabe als Unterrichtsminister von 1849–1860 trotz teils heftiger Widerstände um. Bis heute beeinflusst die Reform des Leo Thun-Hohenstein das österreichische Bildungswesen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4. Grundlagen der Thun-Hohenstein’schen Bildungsreform

Extract

117 4. Grundlagen der Thun- Hohenstein’schen Bildungsreform 4.1. Die vorrevolutionäre Entwicklung in Österreich 4.1.1. Wien vor der Märzrevolution 1848 O laß sie träumen den Kaiserwahn, Alt- Deutschlands Ritter und Recken; Wie werden sich vor dem roten Hahn Die roten Adler verstecken! O laß sie träumen noch eine Nacht! Dann wetzen wir aus die Scharte, Dann werden Fidibusse gemacht Aus der europäischen Karte. Die Völker kommen und läuten Sturm - erwache, mein Volk, erwache! Vom Kölner Dome zum Stephansturm wird brausen die Rache, die Rache. Die Glocken schweigen, die Pfaffen schrein in (…) zertrümmerten Hallen; den Heiligen wird der goldene Schein vom zitternden Haupte fallen. Die Henker falten, vor Schrecken bleich, Die blutigen Hände zusammen; Und aus dem stürzenden Österreich Hoch lodern werden die Flammen. Das alles, das alles soll geschehn in kommenden Frühlingstagen - Herrgott, laß die Welt nicht untergehn, eh die Nachtigallen schlagen!407 Die Universität Wien war, zusammengefasst, im Vormärz weitgehend gewe- sen was sie nach Vorstellung des Hofs sein sollte; eine wissenschaftlich nicht herausragende Universität ohne aufklärerisches Potenzial mit dem Ziel, be- stimmungsgemäß politisch und sozial ungefährlichen Nachwuchs für den Staatsdienst heranzuziehen408. Diese, wenngleich aus heutiger Sicht nicht ganz unumstrittene409 Eigen- und wohl auch Fremdwahrnehmung410 der Universität war in den Jahren vor 1848 immer weiter abgewichen von den Wünschen und Zielen eines Teils der Studentenschaft, die im Rahmen der damaligen Kommuni- kationswege sehr genau über die Vorgänge...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.