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Bildungspolitik im Kaiserreich: Die Thun-Hohenstein’sche Universitätsreform insbesondere am Beispiel der Juristenausbildung in Österreich

Die Thun-Hohenstein´sche Universitätsreform insbesondere am Beispiel der Juristenausbildung in Österreich

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L. M. Graf von Thun und Hohenstein

Das Buch untersucht das Reformwerk ebenso wie die Person des österreichischen Reformers Leo Thun-Hohenstein und widmet sich auch den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Epoche. Noch während der Revolution von 1848 erkannte das österreichische Kaiserhaus, dass nur eine fundamentale Reform des Bildungssystems die revolutionäre Stimmung an den Universitäten befrieden könnte. Leo von Thun-Hohenstein setzte die ihm vom Kaiser gestellte Aufgabe als Unterrichtsminister von 1849–1860 trotz teils heftiger Widerstände um. Bis heute beeinflusst die Reform des Leo Thun-Hohenstein das österreichische Bildungswesen.

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7. Zusammenfassung und Fazit

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„Diese Entscheidung ist verheerend für Wissenschaft und Bildung. Nein, sie ist sogar schä- big, armselig und dumm“ 813 Diese kräftigen Worte beziehen sich nicht auf Leo Thun- Hohenstein und stam- men nicht von seinem erbitterten Widersacher Kübeck oder einem anderen der zahlreichen zeitgenössischen Gegner Thuns aus der Zeit der Umsetzung der Hochschulreform in den Jahren 1849- 1855, sondern aus dem Jahr 2013. Renée Schröder, einer renommierten österreichischen Molekularbiologin fielen sie als Kommentar auf die Entscheidung der im Dezember 2013 ins Amt gelangten neuen österreichischen Bundesregierung ein, das Wissenschaftsministerium mit dem Wirtschaftsministerium zu vereinigen. Auch Hochschulrektoren ste- hen dieser Maßnahme verständnislos bis ablehnend gegenüber. Der Rektor der Innsbrucker Universität versteht die Entscheidung als „nach innen wie auch in- ternational gesehen“ negatives Signal; der Rektor der Medizinischen Universität Wien befürchtet, dass in der Folge die Bedeutung von Wissenschaft in Öster- reich weiter zurückgehen wird, ebenso wie die dafür zur Verfügung gestellten Mittel. Studenten, die wie andere Angehörige der Universitäten zuvor allerdings auch nicht als besondere Freunde der Politik des samt Amt scheidenden Wirt- schaftsministers aufgefallen sind protestierten mit Trillerpfeifen814. Wie sehr dies die Bundesregierung beeindruckt hat kann nicht beurteilt werden. Feststellen lässt sich mit einem Blick auf die hochschulpolitischen Entwick- lungen der letzten Jahrzehnte aber, dass die jeweils Regierenden trotz in ihren unmittelbaren Auswirkungen auf Studierende weit einschneidender spürba- ren Veränderungen der Studienbedingungen von den Studierenden nicht viel mehr zu erwarten...

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