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Sprachförderungspolitik Deutschlands, Großbritanniens und Chinas im Vergleich

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Wenting Sheng

Im Buch wird die Arbeit der deutschen, britischen und chinesischen Auswärtigen Kulturpolitik bzw. Sprachförderungspolitik in Bezug auf deren Durchführungsinstitutionen – das Goethe-Institut, den British Council und das Konfuzius-Institut – verglichen und analysiert. Die Autorin vermittelt einen Einblick in die Verbreitung der deutschen, englischen und chinesischen Sprache unter der Berücksichtigung der politisch-linguistischen Blöcke Deutschlands, Großbritanniens und Chinas.

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3. Die Geschichte der externen Sprachförderung des Deutschen, Englischen und Chinesischen

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39 3. Die Geschichte der externen Sprachförderung des Deutschen, Englischen und Chinesischen 3.1 Deutsch seit der Habsburgermonarchie17 Die bewusste Sprachförderungspolitik in Europa entwickelte sich mit der Insti- tutionalisierung auswärtiger Beziehungen (Stark 2000a: 25). Um 1500 richteten die damals mächtigen Nationen Spanien und Frankreich auswärtige Vertretun- gen ihrer Länder ein und versuchten auch mit diplomatischen Aktivitäten, die internationale Stellung ihrer Sprachen zu stärken (ebd.). „Der spanische Humanist Antonio de Nebrija widmete 1492 seine kastilische Gram- matik Königin Isabella mit der Ermahnung, daran zu denken, dass „die Sprache zu je- der Zeit ein Instrument der Herrschaft“ gewesen sei. Und in Frankreich verlangte eine anonyme Schrift (vor 1547) Sprachloyalität von den Franzosen, damit sich die Macht Frankreichs bis ans Ende der Welt verbreite.“ (ebd.) Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hat dagegen keine Sprachförde- rungspolitik betrieben (ebd.). Es war die Hanse, die seit Mitte des 12. Jahrhun- derts zur größten europäischen Wirtschaftsmacht nördlich der Alpen geworden war, die dies tat (ebd.). Die Hanse hatte ihre Niederlassungen (Kontore) von belgischem Brügge über London, Visby, Riga, Tallin und bis zum russischen Nowgorod. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts wechselten die Kontore ihre Ge- schäftssprache vom Lateinischen zum Niederdeutschen (nur in Nowgorod konnte Niederdeutsch nicht verwendet werden, dort benutzte man Russisch als Geschäftssprache) und die Beschlüsse der Hansetage („Rezesse“) wurde seit dem Jahr 1369 auch in Niederdeutsch protokolliert (ebd.). Die Hanse folgte dem Prinzip: „Wer die Sprache hat,...

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