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Wortfamilien im Vergleich

Theoretische und historiographische Aspekte am Beispiel von Lokutionsverben

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Héctor Hernández Arocha

Dieses Buch untersucht einzelsprachlich sowie kontrastiv zwei prototypische Wortfamilien der Lokution im Spanischen und Deutschen. So kann der Autor Ähnlichkeiten und Unterschiede besonders im Hinblick auf die morphosemantischen Strukturen aufzeigen. Die Untersuchung befasst sich also einerseits mit den geschichtlichen Grundlagen der internationalen Wortfamilienforschung und andererseits mit den Konvergenzen und Divergenzen, die sich auf Basis des erforschten Materials ergeben.

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4. Dimensionen der Wortfamilien

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Analog zu Coseriu (1986 [1977]), der einen Unterschied zwischen Primär‑ und Sekun därstruktur bei der Analyse von semantischen Feldern eingeführt hat, um die paradigmatischen Beziehungen zwischen Lexemen von deren morphologischen Erweiterun gen zu unterscheiden, differenzieren wie bei der Analyse von Wortfami‑ lien zwischen einer Primär‑ und einer Sekundärstruktur, um die Präfixstruktur von der Suffixstruktur aus semanti scher Sicht auseinanderzuhalten.71 Beide Substruktu‑ ren innerhalb der Makrostruktur zu trennen, scheint vor allem aus typologischer Sicht besonders relevant zu sein, da im deutsch‑spanischen Vergleich jede der bei‑ den Strukturen unterschiedliche Auswirkungen auf die für beide Sprachen jeweils charakteristische Produktivität von Wortbildungsverfahren hat (↓ 4.3). 4.1 Primärstruktur Die Primärstruktur der Wortfamilie impliziert eine durch den Einfluss eines Prä‑ fixes semantische Modifikation der Basis, welche die Gesamtbedeutung der Ein‑ heit hinsichtlich ihrer Argumentstruktur und Aktionsart (Stiebels 1996: 70–72, Di Sciullo 1997: 54, Di Sciullo / Tenny 1998: 380) determiniert. Die Präfixmodifikation der Basis kann von der reinen Räumlichkeit bis zur Aspektualität des designierten Events reichen und gilt vor allem in den Satellitsprachen (Talmy 2000, 2011) als das relevanteste Lexikalisierungsmuster für den Ausdruck der Richtung. In Verbalspra‑ chen wie dem Spanischen, das typologisch gesehen von einer Satellitsprache – dem Lateinischen – abstammt, spielt die Primärstruktur (besonders bei der Bestimmung der verbalen Aktionsart) eine erheblichere Rolle als im Deutschen (s. dazu 4.3); sie trägt bei den präfigierten Lexemen außerdem dazu bei, dass eine neue, anhand der Basis zuweilen kaum zu...

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