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Wortfamilien im Vergleich

Theoretische und historiographische Aspekte am Beispiel von Lokutionsverben

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Héctor Hernández Arocha

Dieses Buch untersucht einzelsprachlich sowie kontrastiv zwei prototypische Wortfamilien der Lokution im Spanischen und Deutschen. So kann der Autor Ähnlichkeiten und Unterschiede besonders im Hinblick auf die morphosemantischen Strukturen aufzeigen. Die Untersuchung befasst sich also einerseits mit den geschichtlichen Grundlagen der internationalen Wortfamilienforschung und andererseits mit den Konvergenzen und Divergenzen, die sich auf Basis des erforschten Materials ergeben.

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7. Kontrastive Schlussfolgerungen

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Im Folgenden werden die Hauptergebnisse unserer Untersuchung in Form von Thesen vorge stellt: 1. Die spanische Wortfamilie ist allomorphischer als die deutsche Wortfamilie Die These (1) beruht auf der erwiesenen Tatsache, dass die spanische Wortfamilie tenden ziell sowohl im morphologischen als auch im lexikalischen Bereich eine höhere Anzahl von Allomorphen90 aufweist als die deutsche Wortfamilie. a) Die spanische Wortfamilie ist akkumulativ, die deutsche hingegen regenerativ Eine erste Folge der verglichen mit der deutschen Wortfamilie umfangrei‑ cheren Allomorphie der spanischen Wortfamilie ist, dass sowohl die Moti‑ vationsbeziehungen zwischen den Elementen der spanischen Wortfamilie als auch die Produktivität der Mitglieder geringer ist.91 So werden neu auftre tende Designationsbedürfnisse überwiegend nicht von den existierenden Allo morphen, sondern von aus dem Neulateinischen neu entlehnten und akkumulativ in die Wortfamilie eingeführten Wortbildungen erfüllt (Coseriu 2008: 188–198). Wird das Wort innerhalb der spani schen Sprache gebildet und nicht direkt als Kultis‑ mus in die Wortfamilie eingeführt, so werden tendenziell Wortbildungsverfahren, die nicht im Wider spruch zu den kompositionellen Wortbildungen des Neu‑ lateins92 stehen, denjenigen vorgezogen, die einem einheimischen, gelegentlich kaum in Affixe zerlegbaren Wortbildungsmuster entsprechen (s. dazu Héctor Hernández Arocha 2014: § 3.4.2). Die deutsche Wortfamilienstruktur zeigt sich – wie ein Vergleich von Wortfamilienstrukturen des Alt‑ und Neuhochdeut schen 90 Mit diesem Begriff wird nicht auf die von Martinet (1972 [1960]) ausgehende funkti‑ onelle Tradition Bezug genommen, nach der Morpheme und Lexeme Untergattungen von Monemen sind, sondern vielmehr auf den Ansatz Bloomfields (1965 [1933]), nach welchem Morpheme den Monemen...

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