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Die Entwicklung und die Reform des taiwanischen Verbraucherschuldenbereinigungssystems

Aus der rechtsvergleichenden Perspektive der deutschen Insolvenzordnung

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Shu-Ru Wu

Dieses Buch beschäftigt sich mit der taiwanischen Verbraucherinsolvenz aus der rechtsvergleichenden Perspektive mit der deutschen Insolvenzordnung. Die Autorin betrachtet zuerst die geschichtliche Entwicklung des taiwanischen Insolvenzrechts und analysiert sowohl das Verbraucherinsolvenzverfahren als auch die Restschuldbefreiung in Taiwan. Anhand von Statistiken erläutert sie Problemfelder und deren Lösung durch die damit zusammenhängende Rechtsreform von 2012. Für eine zukünftige Verbesserung der taiwanischen Verbraucherinsolvenzordnung könnte das deutsche System mit einbezogen werden.

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A. Einleitung

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1 A. Einleitung Jedes Handelsgeschäft wird von mindestens zwei Parteien zustande gebracht. Gerät eine Partei in wirtschaftliche Not, ist die andere Partei selbstverständlich mitbetroffen. Zur Verwirklichung eines stabilen Markts benötigt man deshalb ein Schuldenbereinigungssystem, welches nicht nur das Interesse der Gläubiger sichert, sondern auch dem Schuldner bei der Rückkehr zum Markt helfen kann. Die Verbraucherinsolvenz zielt besonders auf den Verbraucherschutz, weil der Verbraucher normalerweise rechtlich und wirtschaftlich in einer nachteiligen Lage steht. Außerdem sind die Rechtsverhältnisse, die Verbraucher betreffen, nicht so kompliziert wie solche zwischen Gesellschaften. Aus gegebenem Anlass sollte ein Verbraucherschuldenbereinigungssystem möglichst einfach gestaltet werden und dazu dienen, sowohl die Gläubiger gemeinsam zu befriedigen als auch den wirtschaftlichen Neuanfang des Schuldners zu ermöglichen. Diese Arbeit besteht aus vier Teilen: Zunächst werden die Geschichte des tai- wanischen Insolvenzrechts und der Einfluss anderer Länder auf das taiwanische Insolvenzrecht dargestellt. Infolge der komplizierten Stellung Taiwans muss die geschichtliche Entwicklung mit der neueren chinesischen Phase und der Kuo- mindang-Regierungsphase zusammen betrachtet werden, weshalb in dieser Ar- beit das Konkursgesetz der Qing-Dynastie, der Insolvenzentwurf von 1915 und die außerordentliche Schuldenbereinigungsordnung für Kaufleute berücksich- tigt werden. Die geltenden taiwanischen Insolvenzgesetze umfassen die Insolvenzordnung von 1935 und die 2008 in Kraft getretene Verbraucherinsolvenzordnung. Die In- solvenzordnung von 1935 wurde schon seit langem kritisiert, weil sie überholt sei und nicht mehr zur taiwanischen Gesellschaft passe. Zur grundlegenden Re- form wurde am 1. Juli 1993 eine Kommission eingesetzt, die einen Entwurf der...

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