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Zwischen Orten, Zeiten und Kulturen

Zum Transitorischen in der Literatur

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Edited By Jolanta Pacyniak and Anna Pastuszka

Im Mittelpunkt des Bandes stehen das vielfältige Konzept des Transitorischen und seine literarischen Ausgestaltungen. Die Beiträge beleuchten den etwas diffusen Begriff des Transitorischen anhand unterschiedlicher literarischer Werke, Motive, Themen und Topoi. Das dargestellte Spektrum der Forschungen reicht von den negativen Erfahrungen des Transits in der Exilliteratur über das Motiv der Reise, das Topos des homo viator, transitorische Orte und Zustände bis zu transitorischen Identitäten. Im Horizont einer «Poetik des Transitorischen» (Rüdiger Görner) entsteht aus fließenden Übergängen und Grenzen ein «Dazwischen». Zu dieser Poetik gehören u.a. die Erkenntnisse der Wandelbarkeit und Prozesshaftigkeit der scheinbar feststehenden Kategorien (Nation, Kultur, Geschlecht, Identität), die veränderte Raumwahrnehmung, die Aufwertung der Bewegung und die Versuche, das (post-)moderne Subjekt zu verorten.

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Zwischen Zeiten: Das postmoderne Ich im Dazwischen

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Zwischen Zeiten: Das postmoderne Ich im Dazwischen Halina Ludorowska (UMCS Lublin) Das Transitorische in der ostdeutschen Adoleszenz (Jenny Erpenbeck: Geschichte vom alten Kind) „Über Kindheit und Jugend zu schreiben […] heiβt‚ für ostdeutsche AutorInnen […], über etwas Verlorenes zu sprechen, das mehr meint als den individualgeschichtlichen Lebensabschnitt‘“�1 Jenny Erpenbeck hat dem Thema ‚Adoleszenz‘ zwei Texte gewidmet: Geschichte vom alten Kind (1999) und Wörterbuch (2004)� In beiden Werken formulierte sie eine künftige weibliche Perspektive, obwohl die Protagonistinnen vorübergehend eine Mädchenphase durchleben müssen und noch über keine feste Identität ver- fügen� „Identität – nicht nur als Motivation dieser Generation – ist ein immer wiederkehrendes Motiv in den Erzählungen Jenny Erpenbecks� So konfrontiert sie ihre meist namenlosen Protagonistinnen auf verschiedene Art und Weise mit den Schwierigkeiten der Identität und der Suche nach ihren Wurzeln“�2 Im vorliegenden Aufsatz werden vor allem Grenzsituationen bzw� Krisensitu- ationen untersucht, die in Erpenbecks Debütserzählung als Leitmotiv zu Worte kommen� Dass Adoleszenzromane, speziell Internatsromane, vor allem Grenzsi- tuationen thematisieren, macht sie zum interessanten Objekt der literaturwissen- schaftlichen Untersuchung, wovon eine reiche Forschungsgeschichte zeugt� Als letztere Arbeiten sind zwei Sammelbände zu nennen, die im Universitätsverlag Winter/Heidelberg herausgegeben wurden� Die Herausgeber des Bandes Zwi- schenzeit, Grenzüberschreitung, Aufstörung. Bilder von Adoleszenz in der deutsch- sprachigen Literatur Carsten Gansel und Paweł Zimniak betonen in der Einleitung: Die Besonderheit von Adoleszenz als »lebensgeschichtlicher Phase« besteht – darin existiert Konsens – gerade im Mit- und Gegeneinander von körperlichen, psychischen 1...

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