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Form und Funktion von Fragesätzen in afrikanischen Sprachen

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Bernhard Köhler

Dieses Buch beschäftigt sich mit Fragesätzen in afrikanischen Sprachen, von denen einige bei dieser Satzart im Gegensatz zu anderen Sprachen der Welt nicht die gleichen verbreiteten Merkmale wie etwa eine höhere Intonation, Fragepartikeln oder nach links verschobene W-Wörter aufweisen. Solche Abweichungen werden bei der Theoriebildung nicht beachtet. Das Buch versammelt einschlägige Daten aus mehr als einhundert Sprachen. Faszinierende Phänomene wie Fragetieftöne, nach rechts verschobene W-Wörter, morphologisch reduzierte Fragesätze oder W-Verben werden auf breitem Raum diskutiert. Dieses typologische Nachschlagewerk wendet sich gegen zu einseitig formulierte linguistische Theorien sowie Universalien und hinterfragt somit letztlich die Merkmale von Sprache überhaupt.

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2. Allgemeine Systematik der Fragesätze

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In diesem Kapitel soll das Fundament für die Trennung zweier Arten von Fra- gesätzen, nämlich W-Fragen (siehe Kapitel 3) und J/N-Fragen (siehe Kapitel 4), geschaffen werden. Für die vorliegende Arbeit erschien diese Dichotomie absolut ausreichend, da eher „marginale“ Fragesatztypen wie Alternativfra gen und rheto- rische Fragen – siehe für letztere etwa die Beiträge von Crouch (1972) zum Vagla und von Smith (1987) zum Waama – in afrikanischen Spra chen längst nicht so ausführlich beschrieben und dokumentiert sind wie W-Fragen und J/N-Fragen. Eine Diskussion von Fallbeispielen wäre mithin sehr kurz geworden (was aber nicht heißt, dass die „marginalen“ Fragesatztypen in zukünftigen Forschungen vernachlässigt werden dürften). Trotz der ange strebten Dichotomie soll in diesem Kapitel deutlich werden, dass sich nicht alle Autoren darin einig sind, wie viele und welche Fragesatztypen unter schieden werden müssen. So gibt es zwar eine lange Reihe von Quellen, die lediglich W-Fragen und J/N-Fragen voneinander trennen (siehe Kapitel 2.1), aber davon abweichende Systematiken sollen nicht einfach verschwiegen, son dern ebenfalls behandelt werden. Dabei betrachtet Ka- pitel 2.2 jene Ansätze, die zwei andere Fragesatztypen als grundlegend erachten, und Kapitel 2.3 jene, die mehr als zwei Typen annehmen. Danach folgt eine aus- führliche Erörterung des Beitrags von Ndimele (1999), der für das Echie aus dem nigeriani schen Igboid nicht weniger als neun basale Fragesatztypen veranschlagt, doch Kapitel 2.4 wird zeigen, dass diese Auffächerung unter formalen Gesichts- punkten nicht zu halten ist. Vielmehr sollen...

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