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Form und Funktion von Fragesätzen in afrikanischen Sprachen

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Bernhard Köhler

Dieses Buch beschäftigt sich mit Fragesätzen in afrikanischen Sprachen, von denen einige bei dieser Satzart im Gegensatz zu anderen Sprachen der Welt nicht die gleichen verbreiteten Merkmale wie etwa eine höhere Intonation, Fragepartikeln oder nach links verschobene W-Wörter aufweisen. Solche Abweichungen werden bei der Theoriebildung nicht beachtet. Das Buch versammelt einschlägige Daten aus mehr als einhundert Sprachen. Faszinierende Phänomene wie Fragetieftöne, nach rechts verschobene W-Wörter, morphologisch reduzierte Fragesätze oder W-Verben werden auf breitem Raum diskutiert. Dieses typologische Nachschlagewerk wendet sich gegen zu einseitig formulierte linguistische Theorien sowie Universalien und hinterfragt somit letztlich die Merkmale von Sprache überhaupt.

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4. Bildungsweisen von J/N-Fragen inafrikanischen Sprachen

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333 4. Bildungsweisen von J/N-Fragen in afrikanischen Sprachen 4.1 Universalien Wie die hier gebrauchte Bezeichnung bereits suggeriert, sind J/N-Fragen wesentlich dadurch bestimmt, dass sie im Deutschen ein „Ja“ oder ein „Nein“ als Antwort ver- langen (zu dieser Abhängigkeit der J/N-Fragen von ihren mög lichen Antworten und zur Benennung siehe auch Kapitel 2 und besonders Ka pitel 2.5). Das heißt, ein Sach- verhalt oder allgemein ein Satz wird durch den Sprecher zur Disposition gestellt, und der Hörer soll beurteilen, ob dieser Sachverhalt wahr ist oder nicht. In anderen Sprachen sind auch Ausdrücke anzunehmen, die J/N-Fragen bejahen oder verneinen können, denn sollte es solche – oder zumindest äquivalente Gesten oder derglei- chen – nicht geben, dann wäre die Existenz von J/N-Fragen selbst anzuzweifeln. Das Fehlen dieses Fragesatztyps in einer Sprache wäre extrem unwahrscheinlich, wenn auch wohl nicht grundsätzlich auszuschließen. Dabei müssen je nachdem, ob die positive oder negative Polarität der im Fragesatz enthaltenen Proposition eine Rolle spielt, auch nicht nur zwei Antwortausdrücke vorhanden sein. So fällt etwa das deutsche „doch“ als positive Antwort nach negativen Fragesätzen aus dieser zunächst klaren Dichotomie von „ja“ und „nein“ heraus. Wie es in manchen anderen Sprachen aussieht, wird bei Pope (1976: 69, 73) und bei Hentschel (1998: 12–13) zumindest angedeutet. Nun geht die vorliegende Arbeit nur insofern von Antwortsätzen aus, als der Begriff „J/N-Fragen“ die Kürzel für die möglichen deutschen Antwortaus drücke enthält, ansonsten wird...

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