Show Less

Paarformeln in mittelalterlichen Stadtrechtstexten

Bedeutung und Funktion

Series:

Frauke Thielert

Die Autorin untersucht den seit Jakob Grimm in der Forschung diskutierten Gegenstand der Paarformel anhand der spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Textsorte der Stadtrechtsbücher. Sie behandelt 20 Texte, die sich auf den gesamten deutschen Sprachraum verteilen und den Zeitraum vom 13.–15. Jahrhundert abdecken. Die Analyse ist nach sehr weit gefassten modernen Rechtsbegriffen wie «natürliche Person» oder «Körperverletzung» strukturiert, die jenseits ihrer historischen Andersartigkeit als Grundtatsachen des menschlichen Lebens gelten können. Ausgehend von der Annahme, dass Paarformeln als Mittel zur Erfassung rechtsrelevanter Begrifflichkeiten dienen, berücksichtigt die Autorin neben Verwendung und Bedeutung auch die Funktion von Paarformeln im jeweiligen Kontext.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

III. Die deutsche Stadt im Mittelalter

Extract

1. Einführung Die hier gebotene Darstellung der deutschen Stadt im Mittelalter orientiert sich im Wesentlichen an der gleichnamigen Darstellung Eberhard Isenmanns268 sowie den Ausführungen Karl Siegfried Baders/Gerhard Dilchers zur deutschen Rechts- geschichte269. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Darstellung Baders/Dilchers stärker auf den rechtshistorischen Aspekten der Stadtentwicklung, wohingegen Isenmann eine Gesamtdarstellung der historischen Stadt, ihrer Rechtsinstitute und Bevölkerungsgruppen unternimmt. Es soll und kann hier keine alle Berei- che und Besonderheiten abdeckende Darstellung gegeben werden, dafür sei auf die o.g. Werke verwiesen. Ziel dieses Kapitels ist, die Stellung der mittelalterlichen Stadt und ihrer Gesetzgebung in ihren wesentlichen Zügen darzustellen und so die historische und rechtshistorische Basis für die nachfolgende Auswertung der zumeist spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Textzeugen zu schaffen. Dazu sol- len v.a., die städtische Bevölkerung und ihre Zusammensetzung, der Rat und die Ratsverfassung, die wirtschaftlichen Strukturen mit Handwerk, Markt und Handel sowie das städtische Recht näher beleuchtet werden. Wie bereits Max Weber feststellte, lässt sich die (deutsche) Stadt im Mittel- alter mit ihren Besonderheiten nur mithilfe eines Kriterienkatalogs als Ideal- typus beschreiben. Dieser Idealtypus entsteht durch einseitige Hervorhebung einzelner Gesichtspunkte wie z.B. Markt, Handwerk, Stadtwirtschaft oder Stadt- gesellschaft.270 Dabei ist eine Deckungsgleichheit zwischen Idealtypus und his- torischer Realität niemals gegeben, die historische Wirklichkeit kann immer nur auf den Idealtypus als Vergleichsgröße bezogen werden. Die Zusammensetzung 268 Eberhard Isenmann: Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150–1550. Stadtgestalt, Recht, Verfassung, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, Wien/Köln/Weimar 2012 [Isenmann: Deutsche...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.