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Zwischen Korallenriff und Stacheldraht

Interniert auf Rottnest Island, 1914–1915

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Alexandra Ludewig

Das Buch illustriert anhand zahlreicher Fotos das Leben im Internierungslager auf Rottnest Island (Australien). Dort wurden im Ersten Weltkrieg neben zivilen feindlichen Ausländern aus Deutschland und Österreich-Ungarn auch indigene Strafgefangene von australischen Soldaten und Wachen festgehalten. Dennoch kam es zu seltenen Momenten der Verbrüderung über nationale und ethnische Grenzen hinweg. Die Koexistenz von Männern unterschiedlichster Herkunft und Sozialisation, die oft nicht einmal eine gemeinsame Sprache hatten und doch mitten im Ersten Weltkrieg eine friedliche Gemeinschaft pflegten, mag im Rückblick auf die Geschichte als Inspiration dienen.

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5. Die Internierten

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Insgesamt waren 1.104 Personen auf Rottnest interniert. Diese Zahl, in Diskre- panz zu der Ordnungsnummer 1.105, die an den letzten Internierten vergeben wurde, erklärt sich daher, dass die Nummern 296, 557 und 996 zweimal vergeben wurden, nachdem drei Männer, umgehend nach ihrer Festnahme wieder entlas- sen wurden. Darüber hinaus wurden Internierten auf Rottnest in vier Fällen nach ihrer Freilassung bei der zweiten Festnahme neue Nummern gegeben, d. h. die Internierten mit den Nummern 334 und 1103, 467 und 806, 635 und 857 sowie 488 und 880 werden doppelt aufgeführt, sie sind identisch. Verwirrend ist zudem, dass mehrere Internierte die gleichen Namen hatten. Insgesamt gab es z. B. vier Männer, die Ante Despot hießen, drei Männer, die sich Ivan Kovovic und Anton Starcevic nannten, und weit mehr als ein Dut- zend, bei denen jeweils zwei denselben Namen führten, z. B. Ivan Polich und Mate Pivac. Die häufigsten Nachnamen waren Starcevic/h (17 mal), Ercegovich (11 mal) und Tomich (8 mal). Da viele Slawen jedoch Analphabeten waren und widersprüchliche Angaben bezüglich der Schreibweise ihrer Namen machten oder den Beamten die Transkription überließen, die ihrerseits mit vielerlei Varianten der Schreibweise aufwarteten, ist die Identifizierung vieler Männer nicht eindeutig möglich. Es zeichnen sich aber – bei aller Vorsicht bezüglich der definitiven Namen, Schreibweisen und Identitäten – bestimmte Muster ab, die es hier festzuhalten gilt: Insgesamt überwog die Zahl der Slawen mit 678 die Zahl der Deutschen und Deutschösterreicher bei...

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