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Zwischen Korallenriff und Stacheldraht

Interniert auf Rottnest Island, 1914–1915

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Alexandra Ludewig

Das Buch illustriert anhand zahlreicher Fotos das Leben im Internierungslager auf Rottnest Island (Australien). Dort wurden im Ersten Weltkrieg neben zivilen feindlichen Ausländern aus Deutschland und Österreich-Ungarn auch indigene Strafgefangene von australischen Soldaten und Wachen festgehalten. Dennoch kam es zu seltenen Momenten der Verbrüderung über nationale und ethnische Grenzen hinweg. Die Koexistenz von Männern unterschiedlichster Herkunft und Sozialisation, die oft nicht einmal eine gemeinsame Sprache hatten und doch mitten im Ersten Weltkrieg eine friedliche Gemeinschaft pflegten, mag im Rückblick auf die Geschichte als Inspiration dienen.

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7. Die inhaftierten Strafgefangenen

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Im Gegensatz zu der Zahl der Internierten und Wachen fluktuierte die Zahl derer, die ihre Haftstrafe für kriminelle Vergehen auf der Insel verbrachten, von August 1914 bis November 1915 kaum. Es befanden sich immer 50 bis 70 sogenannte „schwarze“ wie „weiße“ Strafgefangene zu Arbeitsdiensten auf der Insel.391 Abb. 58: Karl Lehmann, „Weisser und schwarzer Kriminalgefangener vor Dattelpalmen“, Rottnest 1914.392 391 Ebd. 392 Karl Lehmann, Album, National Library of Australia, ID 4703393, Foto nla.pic-vn 4703393-s26-b2-v. 160 Die Strafgefangenen wurden von mindestens fünf Gefängniswärtern bewacht (zumeist Principal Warden John James Pond, sowie die Warders Geoff Dale und Tom Bolger für die Weißen, und Warder Alan Buckmaster, Arthur Taylor oder William Paterson für die Schwarzen).393 Ferner besuchten, wenn das Wetter es erlaubte, zwei Geistliche einmal pro Woche die Insel, um sich um das Seelenheil der Strafgefangenen zu kümmern (Reverend A. Howard und der anglikanische Kaplan Vater Flynn). Diese Besuche fanden in der Regel mittwochs statt. Die Ankunft der Internierten sollte nichtsdestoweniger den Alltag der Straf- gefangenen gravierend verändern. Die Räumung des Gefängnisgebäudes (Quod) für die Touristen und wenige Monate danach die Ankunft der deutschen Offiziere bedeutete die dauerhafte Vertreibung der schwarzen Gefangenen aus ihren Stein- behausungen und aus der Siedlung an der Thomson Bay. Von nun an sollten sie in provisorisch zusammengezimmerten Wellblechverschlägen gut einen Kilometer weiter im Landesinneren untergebracht werden.394 Dort befand sich damals noch das fabrikähnliche Gebäude der Saline, eines Salzwerkes. Salzgewinnung war...

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