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Zwischen Korallenriff und Stacheldraht

Interniert auf Rottnest Island, 1914–1915

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Alexandra Ludewig

Das Buch illustriert anhand zahlreicher Fotos das Leben im Internierungslager auf Rottnest Island (Australien). Dort wurden im Ersten Weltkrieg neben zivilen feindlichen Ausländern aus Deutschland und Österreich-Ungarn auch indigene Strafgefangene von australischen Soldaten und Wachen festgehalten. Dennoch kam es zu seltenen Momenten der Verbrüderung über nationale und ethnische Grenzen hinweg. Die Koexistenz von Männern unterschiedlichster Herkunft und Sozialisation, die oft nicht einmal eine gemeinsame Sprache hatten und doch mitten im Ersten Weltkrieg eine friedliche Gemeinschaft pflegten, mag im Rückblick auf die Geschichte als Inspiration dienen.

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9. Das Nachspiel

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Selbst nach der Überführung der nahezu 1.000 Internierten von Rottnest Island nach Neusüdwales im November 1915 wurden in den folgenden Monaten und Jahren weiterhin feindliche Ausländer vom Hafen in Fremantle in Richtung Osten geschickt. Gerhard Fischer behauptete, dass Rottnest 1916 und 1917 im- mer noch als Internierungslager diente, verwechselt dabei jedoch offensichtlich Strafgefangene und Kriegsgefangene, wenn er berichtet, dass „…until transport could be arranged to Holdsworthy […], on 30 June 1917, there were still […] twenty-two [internees] at Rottnest Island“.537 Das ist nicht richtig, denn alle Kriegsgefangenen wurden ab Dezember 1915 in den Fremantle Artillery Bar- racks in der Burt Street untergebracht, bis eine ausreichende Anzahl von Inter- nierten zusammenkam, für die es sich lohnte, einen eskortierten Transport nach Sydney zu organisieren.538 Die Rottnest-Internierten waren im November 1915 somit die Vorhut eines stetigen Stroms von Fremdstaatenangehörigen, die in Westaustralien festgenommen und an Neusüdwales übergeben wurden. Mittlerweile hatten alle Kriegsparteien neben zivilen Kriegsgefangenen auch aktive Soldaten verhaftet, und die Protokolle der Haftbedingungen, d. h. Minimumstandards für die Unterbringung und Verpflegung, wurden von ver- schiedenen wohltätigen Organisationen überwacht. Das Rote Kreuz war aktiv, Einzelpersonen setzten sich für die Belange der Inhaftierten ein, auch kirchli- che Organisationen unterstützten die Männer in Gefangenschaft. Das in Berlin ansässige Deutsche Komitee der Kriegsgefangenenhilfe der Christlichen Vereine junger Männer schickte z. B. Büchersendungen an die Verwaltung der Fremantle Artillery Barracks und bat 1917 um Weiterleitung froher Ostergrüße.539 Die Festnahmen in Westaustralien und die...

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