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Die Gesetzgebungslehre im Bereich des Privatrechts bei Christian Thomasius

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Takashi Izumo

Was können Rechtsvergleich und Rechtsgeschichte leisten? Der Autor beantwortet diese Frage mit Blick auf die Gesetzgebungslehre des deutschen Juristen und Philosophen Christian Thomasius (1655–1728). Er weist nach, dass dessen Gesetzgebungslehre sich im Bereich des Privatrechts grundsätzlich durchsetzte und auf die Gesetzgebung der frühen Neuzeit großen Einfluss hatte, obwohl Thomasius kein originales Gesetzbuch verfasste. Der Jurist war der Meinung, man könne durch Rechtsvergleich vermuten, dass eine heimische Sitte, die den gemeinsamen Sitten vieler Völker bzw. dem Völkergemeinrecht entspreche, geeignet sei, ins Gesetzbuch aufgenommen zu werden. Er stützte diesen Vergleich durch historische Betrachtungen.

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3. Sachenrecht

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89 3. Sachenrecht 3.1 Sachen – res 3.1.1 Die Stellung des Themas389 Die Klassifikation der Sachen ist so wichtig, dass man ohne sie kein Sachenrecht erklären kann. Deshalb erläuterte Kaiser Justinianus seine Gliederung vor dem Sachen- und Schuldrecht (Inst Iust 2.1). Auch Thomasius glaubte, dass man die Klas- sifikation der Sachen vor Sachen-, Schuld- und sogar Personenrecht festlegen sollte. 3.1.2 Die Klassifikation der Sachen im römischen Recht Man sollte hier das Wort „Sachen“ (res) nicht im alltäglichen Sinne, sondern in der Rechtssprache verstehen, das heißt, „alles, was Gegenstand eines (privaten) Rechts oder eines Zivilprozesses sein kann (Rechtsobjekt, z. B. auch Sklaven und in bestimmten Beziehungen Hauskinder), zuweilen ein „Vermögen als ganzes“ (patri- monium, bona) also einen Inbegriff geldwerter Gegenstände.“390 Viele Begriffe, die man noch heute benutzt, stammen aus dem Justinianischen Recht, beispielsweise „Sachen, die allen gemeinsam zustehen“ (res communes omnium), „Sachen, die Ei- gentum eines Staates sind“ (res publicae), „bewegliche“ (res mobiles) und „unbeweg- liche Sachen“ (res immobiles), „vertretbare“ (res fungibiles) und „nicht vertretbare Sachen“ (res non fungibiles) etc.391 3.1.3 Die Klassifikation der Sachen im Naturrecht Während Grotius und Pufendorf in ihren Büchern De jure belli ac pacis und De jure naturae et gentium zur ausführlichen Einteilung der Sachen keine Stellung bezogen, sondern nur einige spezielle Fragen behandelt haben, etwa ob man einen Teil des Ozeans oder Meeres okkupieren darf oder nicht,392 ist Thomasius auf die 389 Zu jedem Thema gibt es eine kurze Zusammenfassung des Forschungsstandes über das...

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