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Die Gesetzgebungslehre im Bereich des Privatrechts bei Christian Thomasius

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Takashi Izumo

Was können Rechtsvergleich und Rechtsgeschichte leisten? Der Autor beantwortet diese Frage mit Blick auf die Gesetzgebungslehre des deutschen Juristen und Philosophen Christian Thomasius (1655–1728). Er weist nach, dass dessen Gesetzgebungslehre sich im Bereich des Privatrechts grundsätzlich durchsetzte und auf die Gesetzgebung der frühen Neuzeit großen Einfluss hatte, obwohl Thomasius kein originales Gesetzbuch verfasste. Der Jurist war der Meinung, man könne durch Rechtsvergleich vermuten, dass eine heimische Sitte, die den gemeinsamen Sitten vieler Völker bzw. dem Völkergemeinrecht entspreche, geeignet sei, ins Gesetzbuch aufgenommen zu werden. Er stützte diesen Vergleich durch historische Betrachtungen.

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5. Erbrecht

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237 5. Erbrecht 5.1 Die Stellung des Themas Es ist eine schwierige Frage, wie man im Rechtssystem das Erbrecht zuordnen sollte. Kaiser Justinianus hat es im Zusammenhang mit dem Sachenrecht (Inst Iust 2.10 ff.) erklärt und deshalb steht es vor dem Schuldrecht (Inst Iust 3.13 ff.). Außerdem hat der Kaiser erbrechtliche Themen so aneinandergereiht, dass das Testament vor der Intestaterbfolge behandelt worden ist. Diese Reihenfolge hatte auch einen großen Einfluss auf neuzeitliche Naturrechts- lehrer. Grotius behandelte in De jure belli ac pacis erst die Erbfolge durch Testa- mente und dann die Intestaterbfolge.1287 Pufendorf folgte ihm mit seiner Darlegung in De jure naturae et gentium.1288 Auch Thomasius griff dies in IJD (1688) auf, und er unterschied das Testament von der Intestaterbfolge dadurch, dass das Testament eine ausdrückliche Veräu- ßerung sei,1289 wohingegen die Erbschaft bei der Intestaterbfolge stillschweigend veräußert werde.1290 Diese Meinung änderte er jedoch später in der Dissertation De origine successionis testamentariae (1705), und zwar kam er zu dem Schluss, dass die Intestaterbfolge grundsätzlich sei und das Testament nur durch positive Rechte geregelt werden solle. Er schlug sogar in der Dissertation De rerum differentiis intuitu iuris Germanici privati (1721) vor, das Erbrecht erst nach dem Schuldrecht zu erklären. Demnach ähnelte die Reihenfolge bei Thomasius sehr dem heutigen Rechtssystem. Hat dieser neue Gedanke die Nachwelt beeinflusst? Einer der wichtigsten Nachfolger ist Samuel von Cocceji, der namentlich Thomasius zitiert hat und die Grundsätzlichkeit der Intestaterbfolge bei seinem Gesetzgebungsprojekt umsetzen wollte.1291 Dagegen...

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